Sarkozy Letzter und  Allerletzter

Wieder Präsident? Die Franzosen wollen nicht mehr.

Von Christian Wernicke

Der Letzte möchte der Nächste sein. Nicolas Sarkozy will zurück an die Macht. Vor drei Jahren haben ihn seine Landsleute abgewählt, aber: In knapp 24 Monaten, beim nächsten Urnengang um das höchste Staatsamt, möchte der 60-jährige Tatmensch als Kandidat von Frankreichs Konservativen erneut antreten. Er fühlt sich nun mal berufen.

Er wird auch gerufen: Zumindest der harte Kern von Frankreichs bürgerlichen Rechten steht hinter Sarkozy. Das wurde am Wochenende deutlich, als sich Frankreichs zerrüttete Oppositionspartei UMP neu gründete. Fortan formiert man sich als "Les Républicains". Der Ex-Präsident begreift den Parteinamen als Waffe: 88 Mal in nur 45 Minuten führte er "La République" im Munde. Das ist in Frankreich ein mythisches Wort, das die Nation eigentlich einen soll. Die Linke wird sich diesen Akt geistiger Enteignung nicht bieten lassen. Sie wird dagegen agitieren. "Die Republik" verkommt zum Kampfbegriff.

Frankreichs Bürger dürften diese Schlachten gelangweilt bis angewidert beobachten. Deshalb, nicht aus wirklicher Überzeugung, wählen sie ja immer häufiger den Front National. Wie wenig man sich Sarkozy zurückwünscht, beweist eine Umfrage vom Wochenende: 72 Prozent alle Franzosen wollen nicht, dass der Ex-Präsident nochmals kandidiert. Ihm bleibt ein schwacher Trost. Eine Wiederwahl seines Nachfolgers Hollande lehnen 77 Prozent ab. Er wäre der Allerletzte.