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Republikaner über Clinton:Vereint in der Abwehr

  • Die Republikaner reagieren mit einer "Stop Hillary"-Kampagne auf die Präsidentschaftskandidatur der ehemaligen Außenministerin.
  • Sie warnen in Videoclips vor Hillary Clinton und sammeln Unterschriften gegen sie.
  • Im Zentrum stehen die sogenannte E-Mail-Affäre, Clintons Persönlichkeit und ihre außenpolitische Bilanz.

Von Lilith Volkert

Diese Frau ist nicht nur kalt, berechnend und verlogen, sie ist auch eine ernsthafte Gefahr für das Land. Schließlich hat sie als Außenministerin Mails von einer privaten Adresse verschickt. "Wie könnten wir uns mit ihr als oberster Befehlshaberin jemals sicher fühlen?" heißt es in einem mit Actionfilm-Musik unterlegten Videoclip, den der Republikaner Rick Santorum veröffentlicht hat. Und das schon kurz bevor Hillary Clinton am Sonntag erklärte, dass sie 2016 für die Demokraten ins Rennen um die Präsidentschaft gehen wolle.

Die Grand Old Party hat sich gut auf die Kandidatur ihrer gefährlichsten Gegnerin vorbereitet. Bereits am Freitag veröffentlichte das Republican National Committee (RNC), das den Wahlkampf koordiniert, einen Spot über die Bilanz der ehemaligen Außenministerin. "Möchte einen Neustart für die Beziehungen zu Russland" sagt die Stimme eines Nachrichtensprechers aus dem Off, eine andere: "Millionen Dollar von ausländischen Regierungen angenommen".

Senator Rand Paul aus Kentucky hingegen malt die Zukunft der USA in düsteren Farben. "Hillary Clinton vereint das Schlimmste des Betriebs in Washington: Arroganz, Korruption und Interessenkonflikte", heißt es in einem Videoclip, den der Republikaner auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte. "Sie zerstört den amerikanischen Traum."

Kurz nach der Bekanntgabe der Kandidatur startete die Partei auf ihrer Webseite GOP.com eine "Stop Hillary"-Kampagne. Gesucht werden 100 000 Anhänger, die sich im anstehenden Präsidentschaftswahlkampf gegen die Demokratin wenden und einen republikanischen Herausforderer unterstützen. Wer unterschreibt, bekommt einen "Stop Hillary"-Aufkleber fürs Auto in Form eines Stoppschildes. Offenbar sind auch ein Buch ("Der Krieg der Clintons gegen die Frauen") und ein Kinofilm über die außenpolitische Bilanz der Demokratin geplant.

Auch persönlich reagierten bekannte Politiker auf Clintons Ankündigung. Jeb Bush, Sohn und Bruder zweier ehemaliger Präsidenten, rief auf Twitter dazu auf, Hillary zu stoppen: "Wir müssen besser sein als sie". Der texanische Senator Ted Cruz, der 2016 ebenfalls antreten möchte, wandte sich in einer Videoansprache ans Volk. "Hillary verkörpert die misslungene Politik der Vergangenheit. Möchte Amerika wirklich eine dritte Amtszeit von Obama?"

Die E-Mail-Affäre und Clintons Bilanz als Außenpolitikerin: Diese Themen dürften die Republikaner in den kommenden Monaten genüsslich ausschlachten. Zwar schlägt Hillary Clinton alle möglichen GOP-Kandidaten um Längen, was Erfahrung und Einfluss angeht. Doch sie dürfte ihnen mit ihrer Ankündigung auch einen Dienst erwiesen haben. Als gemeinsamer Feind könnte sie die zerstrittenen Republikaner zumindest für eine Zeitlang auf eine Linie bringen.

© SZ.de/liv/ghe
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