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Razzien in Hessen und Baden-Württemberg:Waffen und Drogen in der Reichsbürger-Szene gefunden

Coronavirus - Reichsbürger

Solche angeblichen Reisepässe gibt es in der Reichsbürger-Szene.

(Foto: dpa)

Beamte stellten unter anderem Amphetamine, Macheten, sowie Schusswaffen und eine Armbrust sicher. Auch Equipment zur Herstellung illegaler Schein-Dokumente wurde beschlagnahmt.

Waffen unterschiedlicher Art, eine Marihuana-Plantage und Amphetamine in größeren Mengen haben Ermittler bei "Reichsbürger"-Razzien in Baden-Württemberg und Hessen sichergestellt. 34 Beschuldigten würden unter anderem gewerbsmäßige Urkundenfälschung und Sachbeschädigung vorgeworfen, teilten das Landeskriminalamt Baden-Württemberg und die Staatsanwaltschaften in Stuttgart und Karlsruhe mit.

Bei den Durchsuchungen fanden die Ermittler Pfeil und Bogen, Macheten, Zwillen mit Stahlkugeln, Kurzwaffen, Schusswaffenmunition und eine Armbrust mit Zielfernrohr. Eine Person verfügte den Angaben zufolge über 200 Messer mit feststehender Klinge, 190 Äxte sowie 520 Klapp- und Einhandmesser. Ein Beschuldigter hatte 10 000 Silber-Schillinge in der Wohnung gebunkert.

Ferner stellten die Beamten Blanko-Dokumente, Präge- und Beschriftungsgeräte sicher. Mit diesen Werkzeugen und Geräten sollen illegale Schein-Dokumente hergestellt worden sein, hieß es. Dazu gehörten unter anderem Reisepässe, Führerscheine und Staatsangehörigkeitsurkunden. Durchsucht wurden den Angaben der Behörden zufolge 25 Wohnungen von Führungsmitgliedern und Angehörigen der Reichsbürgerorganisationen "Republik Baden" und "Freier Volksstaat Württemberg" und ihrer Dachorganisation "Staatenbund Deutsches Reich".

Sogenannte Reichsbürger lehnen den deutschen Staat in seiner bestehenden Form ab, erkennen Behörden und deren Entscheidungen nicht an. Einige der bundesweit geschätzt 19 000 Reichsbürger stuft der Verfassungsschutz als rechtsextremistisch ein.

© SZ.de/epd/jael/mpu
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