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Putsch in Thailand:Militär nimmt Politiker fest

Verhärtete Fronten in Thailand: Nach der Machtübernahme des Militärs dürfen hochrangige Politiker das Land nicht mehr verlassen. Mehr als 150 Beamte und Politiker sollen sich bei der Armee melden - offenbar droht manchen von ihnen Haft.

Nach der Machtübernahme hat Thailands Militär Ausreiseverbote gegen Ex-Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra und mehr als 100 weitere führende Politiker verhängt. Insgesamt 155 Mitglieder rivalisierender politischer Lager dürften das Land vorerst nicht ohne Erlaubnis verlassen, teilte ein Armeesprecher im Fernsehen mit. Ziel der Maßnahme sei es, Frieden und Ordnung aufrecht zu erhalten.

Der bis zum Putsch amtierende Regierungschef Niwatthamrong Boonsongpaisan stellte sich nach Medienberichten dem Militär. Er habe sich zusammen mit einigen Ex-Ministern, die der Armeechef vorgeladen hatte, am Freitag an einem Armeestandort in Bangkok eingefunden, meldete die Bangkok Post. Kurz darauf traf dort auch die 2011 gewählte Regierungschefin Yingluck Shinawatra ein, die das oberste Gericht vor zwei Wochen des Amtes enthoben hatte.

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Yingluck sei, ebenso wie ihre Schwester und ihr Schwager, vorerst in Gewahrsam genommen worden, sagte ein ranghoher Militärvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Die beiden Verwandten hatten wichtige Posten in der politischen Führung unter Yingluck. Alle drei würden in spätestens einer Woche wieder auf freien Fuß kommen, sagte der Militärvertreter weiter. In der Zwischenzeit müssten aber einige Dinge organisiert werden.

Armeechef General Prayuth Chan-ocha übernahm unterdessen die Funktion des Regierungschefs. "So lange wir keinen anderen Ministerpräsidenten haben, übernimmt der Vorsitzende des Rates für nationalen Frieden und die Aufrechterhaltung der Ordnung die Regierungsverantwortung", teilte die Armee im Fernsehen mit. So nennt sich der Militärrat, der am Donnerstag die Macht ergriffen hatte.

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Die Lage in Bangkok war nach Aufhebung der Ausgangssperre ruhig. Es waren kaum Soldaten auf den Straßen. Schulen und Universitäten waren geschlossen. Das Verkehrsaufkommen war geringer als sonst, vergleichbar mit sonst an Feiertagen üblichem Verkehr.

Unklar war zunächst, ob die Angehörigen von Thaksin und die Mitglieder der bisherigen Regierungspartei festgenommen werden sollten. Andere Politiker waren bereits seit Donnerstag in Armeegewahrsam. Prayuth hat am Donnerstag nach dem Scheitern eines Versöhnungsgesprächs zwischen den zerstrittenen politischen Parteien die Macht übernommen.

Soldaten brachten die Teilnehmer der Runde am Donnerstag zu einem an einen Armee-Stützpunkt. Darunter war auch Oppositionsführer Abhisit Vejjajiva sowie die Anführer der Protestbündnisse für und gegen die Regierung, Jatuporn Prompan und Suthep Thaugsuban. Thaksin wurde selbst 2006 gestürzt. Er flüchtete vor einer Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs ins Exil und dirigiert von dort die Partei. Er lebt überwiegend in Dubai.

© dpa/Reuters/jasch/mike/sebi
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