Präsidentschaftswahl in Venezuela Gewonnen haben Zerstörung, Ausbeutung und Hunger

Der Wahlboykott ist ein starkes Signal gegen den Sieger Maduro. Besser aber wäre es gewesen, die Menschen hätten ihren verhassten Präsidenten überrascht.

Kommentar von Boris Herrmann

Bei der Wahl in Venezuela hat die Kontinuität der Zerstörung gewonnen, die kriminelle Ausbeutung des ölreichsten Staates der Erde, der Zynismus, die Skrupellosigkeit und vor allem: die Fortsetzung der Hungerkrise. Der Präsident und Konkursverwalter Nicolás Maduro darf so weitermachen wie bisher.

Das größte Oppositionsbündnis hat diese Wahl boykottiert und seine Anhänger aufgerufen, zu Hause zu bleiben - aus Gründen, die nachvollziehbar klingen. Die Spielregeln waren unfair, führende Oppositionspolitiker wurden von der staatlich kontrollierten Justiz vorab von einer Kandidatur ausgeschlossen, von Chancengleichheit konnte keine Rede sein.

Der Boykottaufruf führte zur niedrigstes Wahlbeteiligung in Venezuela seit 1958. Das ist ein starkes Signal gegen die Legitimation dieser Abstimmung - und doch ist es viel zu wenig, zumal es bei Maduro nichts mehr zu delegitimieren gibt. Sein Regime hat oft genug seine antidemokratische Fratze offenbart.

Besser wäre es gewesen, die Venezolaner hätten Maduro mit einer massiven Wahlbeteiligung überrascht. Mit demokratischen Widerstand. Mit mehr Gegenstimmen, als sich mit den altbekannten Tricks kaschieren lassen. Rund 80 Prozent der Bevölkerung verachten diesen Autokraten. Jeder gemeinsame Gegenkandidat hätte trotz allem eine realistische Chance gehabt. Diese Chance wurde vertan. Der Triumph Maduros ist nicht nur und eine schwere Niederlage für die hungernde Mehrheit im Land. Er zeugt auch vom Versagen der Opposition.

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