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Präsidentschaftswahl in den USA:Romney ernennt Paul Ryan zum Vize

Nun ist es offiziell: Mitt Romney hat Paul Ryan, einen republikanische Jungstar, zum Vize-Präsidentschaftskandidat ernannt - und erteilt damit Barack Obama eine Kampfansage. Nun dürfte die Haushaltspolitik endgültig in den Mittelpunkt des Wahlkampfs rücken.

Sein Name war in aller Munde, jetzt ist seine Ernennung offiziell: Jungstar Paul Ryan zieht an der Seite des republikanischen Präsidentschaftskandidat Mitt Romney ins Rennen um das Weiße Haus. Zuvor hatten bereits die US-Sender NBC und CNN sowie die Zeitung Huffington Post das Gerücht verbreitet. Romneys Wahlkampfteam bestätigte nun die Entscheidung für Ryan.

File photo of House Budget Chairman Ryan introducing U.S. Republican presidential candidate Romney as he addresses supporters at Lawrence University during a campaign stop in Appleton

In den US-Medien wurde er bereits als Vize-Kandidat gehandelt. Jetzt hat Mitt Romney das Gerücht bestätigt und ihn zur Nummer zwei ernannt.

(Foto: REUTERS)

Der 42 Jahre alte Ryan gilt als Nachwuchsstar der Republikaner. Er wurde bereits sieben Mal ins Repräsentantenhaus gewählt und hat sein halbes Leben im Kongress gearbeitet. Derzeit kümmert er sich im Repräsentantenhaus federführend um die Haushaltspolitik.

Zu allgemeiner Bekannheit verhalfen ihm in den USA unter anderem seine Vorschläge, staatliche Gesundheitsprogramm für arme und ältere Menschen zu kürzen. So steht er hinter einem vom US-Repräsentantenhaus im März verabschiedeten Haushaltsplan, der Einsparungen in Höhe von rund fünf Billionen Dollar (vier Billionen Euro) binnen zehn Jahren vorsieht. Der Plan hat allerdings keine Chance den Senat zu passieren, in dem die Demokraten von Präsident Barack Obama die Mehrheit halten.

Ryan bietet einerseits eine klare Angriffsfläche für die Demokraten. Diese haben seinen Haushaltsvorschlag bereits heftig kritisiert. Sie werfen ihm vor, Millionäre steuerlich zu entlasten und wichtigen Bundesprogrammen den Geldhahn zuzudrehen. Eine Nominierung Ryans wäre aber andererseits auch eine Kampfansage an Obama, denn der Streit über Staatsausgaben hat Demokraten und Republikaner bislang besonders gespalten. Ein Wahlkampf mit Ryan könnte daher zu einer Grundsatzdebatte über die Zukunft der Haushaltspolitik der USA führen.