Erste Ergebnisse Präsident Kagame feiert Sieg bei Wahl in Ruanda

Mehr als 90 Prozent für den Amtsinhaber: Nach ersten Ergebnissen hat Paul Kagame die Präsidentschaftswahl gewonnen - er feierte die ganze Nacht mit seinen Anhängern.

Ruandas Staatschef Paul Kagame hat die Präsidentschaftswahl in dem ostafrikanischen Land offenbar mit überwältigender Mehrheit gewonnen. Wie der Chef der Wahlkommission, Chrysologue Karangwa, am Dienstagmorgen mitteilte, errang Kagame ersten Teilergebnissen zufolge 92,9 Prozent der Stimmen. Bei der letzten Wahl 2003 hatte er ein ähnlich hohes Ergebnis erzielt.

Feiernde Kagame-Anhänger in einem Stadion in Kigali: Ersten Ergebnissen zufolge hat Paul Kagame die Präsidentenwahl mit überwältigender Mehrheit gewonnen.

(Foto: dpa)

"Das ist der Sieg für die Bevölkerung von Ruanda", rief Kagame seinen Anhängern zu, mit denen er die ganze Nacht in einem großen Fußballstadion in der Hauptstadt Kigali feierte. Er dankte ihnen für den großen Zuspruch und das Ausharren bis zur Veröffentlichung der ersten Teilergebnisse in den frühen Morgenstunden.

Schon vor der Ankündigung der Wahlkommission feierte Kagame mit seiner Familie sowie tausenden Anhängern ausgelassen. Auf einer riesigen Leinwand in dem Fußballstadion leuchteten erste Ergebnisse aus abgelegenen Gegenden auf, in denen schon am Sonntag gewählt worden war.

Diese zeigten mehr als 96 Prozent der Stimmen für Kagame. Die im Ausland lebenden Wahlberechtigten gaben demnach zu 96,7 Prozent ihre Stimme dem Amtsinhaber. Die eigentliche Wahl in Ruanda hatte erst am Montag stattgefunden.

Die Opposition kritisiert die Wahl als "Farce"

Kagame tanzte und feierte am Dienstag bis zum Morgengrauen mit seiner Familie in einer Loge der Sportstätte. Auch durch die Straßen Kigalis zogen in der Nacht zehntausende Anhänger, tanzten und riefen immer wieder "Sieg".

Die Präsidentschaftswahl war die zweite seit dem Völkermord von 1994 in Ruanda. Gegen den seit 16 Jahren regierenden Kagame waren drei Kandidaten angetreten, die den Präsidenten beim letzten Urnengang noch unterstützt hatten. Zwei von drei weiteren Oppositionsparteien wurden nicht zugelassen, sie kritisierten die Wahl als "Farce".

Das zweitbeste Ergebnis erzielte den Teilergebnissen der Wahlkommission zufolge der Herausforderer Jean Damascene Ntawukuriryayo der sozialdemokratischen Partei PSD mit 4,9 Prozent der Stimmen.

Modernisierung auf Kosten der Bürgerrechte

Kagame kann nun sieben weitere Jahre an der Spitze des ostafrikanischen Landes stehen. Mit seiner früheren Rebellenbewegung FPR hatte Kagame 1994 den Völkermord in Ruanda beendet, bei dem Hutu-Milizen binnen weniger Wochen nach UN-Schätzungen bis zu einer Million Angehörige der Tutsi-Minderheit sowie politisch gemäßigte Hutu umbrachten.

Mit großzügiger finanzieller Hilfe aus dem Westen treibt Kagame die wirtschaftliche Modernisierung des Landes voran - auf Kosten von Demokratie und Bürgerrechten, werfen ihm Gegner vor.