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Piratenpartei:Pressesprecher der Piraten treten zurück

Der personelle Exodus der Piraten nimmt kein Ende: Nun ist Pressesprecher Christopher Lang wegen Erschöpfung und Arbeitsüberlastung zurückgetreten. Auch sein Stellvertreter Aleks Lessmann warf hin - nicht ohne einen Seitenhieb auf das verbleibende Presseteam.

Der Piratenpartei kommen mehr und mehr Amtsträger abhanden: Nun hat der Pressesprecher der Bundespartei, Christopher Lang, seinen Rücktritt wegen Arbeitsüberlastung verkündet. "Ich kann nicht mehr, bin für den Moment müde, ausgepowert und erschöpft!", schrieb Lang in einem offenen Brief.

Piratenpartei

Immer mehr Aktive der Piratenpartei werfen hin - weil sie die hohe Arbeitsbelastung des Ehrenamts nicht mehr ertragen.

(Foto: dpa)

Die ehrenamtliche Arbeit sei "neben einem normalen Job, einem angemessenen Familienleben und einer grundlegenden gesellschaftlichen Teilhabe" nicht zu schaffen. Jetzt wolle er sich stärker auf sein Studium sowie Familie und Freunde konzentrieren. "Wir brauchen mehr bezahltes und im selben Zuge fachlich qualifiziertes Personal um diese stetig steigenden Anforderungen abzudecken", appellierte Lang an seine Partei - eine Forderung, die in den vergangenen Monaten immer wieder diskutiert wurde.

Sein Stellvertreter Aleks Lessmann verkündete kurz darauf ebenso seinen Rücktritt und wählte deutlichere Worte als Lang: "Criss hat die Arbeit mit Professionalität und konstruktivem Verhalten geprägt. Dieser immens wichtige Teil der Pressearbeit fällt jetzt weg", begründet er seinen Rückzug. Seine Arbeit sei "mit dem noch vorhandenen Personal nicht mehr machbar." Von den effektiven Arbeitsweisen, die er gemeinsam mit Lang entwickelt habe, sei nicht mehr viel geblieben, auch seitdem Gefion Thürmer, die in ihrer Zeit im Vorstand die Pressearbeit maßgeblich geprägt habe, auf dem Bundesparteitag nicht erneut zur Beisitzerin gewählt worden sei.

Die Piraten hatten erst kürzlich eine Pressesprecherin auf 800-Euro-Basis eingestellt, die Lang noch einlernen sollte. Anita Möllering ist eine von nur zwei bezahlten Kräften in der Partei, für weitere Stellen fehlt das Geld. Deswegen arbeiten alle anderen ehrenamtlich, oft Vollzeit. Die Arbeitsüberlastung macht sich bemerkbar: So kandidierte etwa die populäre politische Geschäftsführerin der Piraten, Marina Weisband, auf dem Parteitag im April nicht erneut für ihr Amt. Sie will nun zunächst ihr Psychologie-Studium beenden. Auch der Schatzmeister der Piraten, Rene Brosig, zog sich aus Überlastung zurück.