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Parteitag in Bethlehem:Überwältigende Mehrheit für Abbas

Neue Legitimation für die Verhandlungen im Nahost-Friedensprozess: Die gemäßigte Fatah hat ihren Chef Mahmud Abbas einstimmig im Amt bestätigt.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bleibt Chef der Fatah-Partei. Auf dem Parteikongress in Bethlehem wurde er nach Angaben der Fatah einstimmig an der Spitze der Palästinenserorganisation bestätigt. Die Wahl sei per Handzeichen erfolgt.

Unter dem Augen des verstorbenen Übervaters: Mahmud Abbas bleibt Chef der Fatah-Partei.

(Foto: Foto: AP)

In einer kurzen Ansprache versprach Abbas den 2000 Delegierten, "die palästinensische Erde und ihr Volk von israelischer Besatzung zu befreien." Die Fatah habe eine klare Vision. "Wir haben den Kampf begonnen und wir werden ihn mit der Gründung eines unabhängigen Staates beenden."

Ursprünglich hätte die Wahl schon am Donnerstag stattfinden sollen, die Abstimmungen wurden wegen Streitigkeiten immer wieder vertagt.

Der Parteikongress in Bethlehem ist der erste seit 20 Jahren. Die Diskussionen der mehr als 2000 Delegierten sind von scharfen Auseinandersetzungen zwischen der jungen und der alten Riege über Reformen geprägt.

Die neue Legitimation im Amt soll Abbas auch Rückhalt für Verhandlungen im Nahost-Friedensprozess geben. Mit Spannung wird beobachtet, ob der Parteitag die Statuten der in den 1950er Jahren von Jassir Arafat Fatah gegründeten Fatah ändern wird.

Darin ist immer noch der bewaffnete Kampf gegen Israel verankert. Mit ihrer Unterstützung des in den frühen 1990er Jahren begonnenen Friedensprozesses aber hatte die Fatah praktisch der Gewalt abgeschworen und Israel anerkannt.