bedeckt München

Paradise Papers:Bitte nicht stören

Paradise Papers

"Sieht das hier aus wie ein Ort, an dem die Milliarden rumfliegen?", fragt einer der wenigen kritischen Menschen auf der Isle of Man. Gegenfrage, wie sieht denn ein Ort aus, an dem derart windige Geschäfte gemacht werden?

(Foto: Collage: Bene Rohlmann)

Auf der Isle of Man haben Katzen keinen Schwanz und Briefkastenfirmen keinen Briefkasten. Bis jetzt ist das ein prima Geschäftsmodell: Steueroase sein - und so tun, als wüsste man es nicht.

Von Mauritius Much und Ralf Wiegand

Der Ort, an dem sich die Vergangenheit an der Gegenwart bricht wie Wellen an der Küste, liegt im Souterrain hinter einer schweren Schwingtür. Das Best Western Palace Hotel & Casino ist zwar weder "best" noch irgendwie ein Palast, aber es hat ein echtes Kasino. Das einzige auf der Isle of Man. An diesem Mittwoch Ende September sitzen vier junge Typen an einem Roulettetisch, der zweite bleibt abgedeckt. Ein älteres Paar spielt Blackjack, vom einzigen Gast im chinesischen Restaurant nimmt die Bedienung die Bestellung auf. Am Empfang hat sich der Türsteher auf einen Stuhl gesetzt und stiert auf sein Handy. In der nächsten Stunde wird keiner mehr kommen.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Heilpraktiker
Riskante Parallelwelt
Weddings in the Coronavirus pandemic
Kalifornien
Paradise Lost
Wohnanlage aus den 1950er Jahren in München, 2018
München
Wenn die Zwischenmieterin nicht geht
Baron Peter Piot
Epidemiologie
Der Virenjäger
Serie: Licht an mit Maxim Biller
Langsam ist es genug, Kollegen
Zur SZ-Startseite