Österreich Ex-Manager Schelling soll Finanzminister werden

Österreich hat einen neuen Finanzminister: Laut Medienberichten soll Hans Jörg Schelling, der Chef des Verbands der Sozialversicherungsträger, dem zurückgetretenen Michael Spindelegger von der ÖVP nachfolgen.

  • Hans Jörg Schelling soll Medienberichten zufolge neuer österreichischer Finanzminister werden. Der 60-jährige Ex-Manager ist Chef des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger.
  • Sein Vorgänger und Vizekanzler Michael Spindelegger war nach parteiinternen Querelen zurückgetreten.

Schelling folgt auf Spindelegger

Der ÖVP-Politiker Hans Jörg Schelling wird Medienberichten zufolge neuer österreichischer Finanzminister. Schelling werde Nachfolger des am Dienstag überraschend zurückgetretenen Michael Spindelegger, berichten mehrere österreichische Zeitungen. Der neue ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner habe seine Entscheidung dem Koalitionspartner SPÖ bereits mitgeteilt und auch innerhalb der Partei kundgetan.

Ex-Manager und Verbandschef

Der 60-jährige Schelling war lange Zeit Manager bei der Möbelfirma Kika/Leiner und ist Vizepräsident bei der österreichischen Wirtschaftskammer. Seit 2009 ist er Chef des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger (Krankenkassen, Pensionsversicherungen) und seit 2012 Aufsichtsratchef beim kriselnden Volksbanken-Spitzeninstitut ÖVAG. Schelling und die ÖVP waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Sein Vorgänger, Michael Spindelegger, war am Dienstag sowohl vom Amt des Finanzministers als auch von seinem Posten als österreichischer Vizekanzler zurückgetreten. Er hatte seinen Schritt mit der heftig geführten Steuerreformdebatte begründet, in der er von prominenten Parteifreunden massiv unter Druck gesetzt worden sei.

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Die ÖVP sollte aufgelöst und neu gegründet werden: Dass Vizekanzler Spindelegger vor seinen internen Widersachern kapituliert und zurücktritt, zeigt wie verkommen die konservative Partei Österreichs ist. Die Sozialdemokraten brauchen sich aber nicht zu freuen. Sie leiden an derselben Krankheit.   Kommentar von Cathrin Kahlweit