Internationaler Strafgerichtshof Kongolesischer Ex-Rebellenchef wegen Kriegsverbrechen verurteilt

Bosco Ntaganda am Tag der Urteilsverkündung im Gerichtssaal in Den Haag.

(Foto: REUTERS)
  • Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag verurteilt Bosco Ntaganda wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
  • Es spricht den früheren kongolesisch-ruandischen Rebellenchef in allen 18 Anklagepunkten schuldig.
  • Das Strafmaß wird erst zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt.

Der frühere kongolesische Warlord Bosco Ntaganda ist wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt worden. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag (ICC) sprach ihn in allen 18 Anklagepunkten schuldig. Ntaganda werden unter anderem Massaker, Vergewaltigungen und sexuelle Versklavung sowie der Einsatz von Kindersoldaten zur Last gelegt.

Der britischen BBC zufolge hielt ihn das Gericht in drei Anklagepunkten für direkt verantwortlich: für Mord, versuchten Mord und gezielte Angriffe auf Zivilisten. In den Angeklagepunkten der Vergewaltigung und sexuellen Versklavung sah ihn das Gericht als indirekten Mittäter. Die Richter befanden zudem, dass Ntaganda sich an Tötungen beteiligt habe, als die von ihm kommandierten Kämpfer in der Region im Nordosten des Landes wüteten.

Es ist erst die dritte Verurteilung für Kriegsverbrechen in der 17-jährigen Geschichte des Gerichts. Das Strafmaß wird bei einer späteren Anhörung festgelegt. Ntaganda droht eine lebenslange Haftstrafe.

Der etwa 46-jährige gebürtige Ruander mit dem Beinamen "Terminator" musste sich wegen seiner Rolle bei Gräueltaten in einem ethnischen Konflikt im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo in den Jahren 2002 und 2003 vor Gericht verantworten. Ntaganda war damals Kommandant der Rebellengruppe "Patriotische Kräfte für die Befreiung des Kongos" in der Provinz Ituri. Er ist dem Urteil zufolge für Angriffe auf Dörfer verantwortlich, bei denen mindestens 800 Menschen getötet wurden.

2013 hatte Ntaganda sich selbst gestellt. Er wies alle Vorwürfe zurück. Seine Verteidiger argumentierten, dass Ntaganda selbst Opfer sei, da auch er bereits als Kind als Soldat rekrutiert worden sei.

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