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NSU-Prozess:Zschäpes Großmutter sagt Zeugenaussage ab

Sie gilt als die wichtigste Bezugsperson der Angeklagten: Die Aussage der Großmutter von Beate Zschäpe war mit Spannung erwartet worden - doch sie findet nicht statt. Die Zeugin hat sich krank gemeldet.

  • Beate Zschäpes Großmutter wird im NSU-Prozess doch keine Aussage machen. Als Familienangehörige hat sie das Recht zu schweigen.
  • Die Frau gilt als wichtigste Bezugsperson der mutmaßlichen Rechtsterroristin.
  • Eine Zeugin will Zschäpe auf der Flucht gesehen haben.

Zschäpes Großmutter ist eine wichtige Bezugsperson

Die Großmutter von Beate Zschäpe hat ihre Zeugenbefragung abgesagt. Die 90-Jährige meldete sich mit einem Attest krank. Sie sollte Donnerstag angehört werden. Sie gilt als die wichtigste Bezugsperson in Zschäpes Kindheit und Jugend. Die mutmaßliche Rechtsterroristin war als Kind mehrere Jahre von ihrer Großmutter aufgezogen worden. Gegenüber Ermittlern hatte Zschäpe nach ihrer Festnahme im November 2011 gesagt, sie sei ein "Oma-Kind".

Aussage der Seniorin gilt als unwahrscheinlich

Nach Einschätzung der Gerichtssprecherin ist es unwahrscheinlich, dass die Großmutter noch einmal zu einem späteren Termin geladen wird. Sie habe zudem angekündigt, nichts aussagen zu wollen. Als Familienangehörige hat sie das Recht zu schweigen.

Zeugin will Zschäpe auf der Flucht gesehen haben

In Eisenach will eine Zeugin Beate Zschäpe gesehen haben. Dies sagte die Frau an diesem Dienstag im Münchner NSU-Prozess. Sie sei ihr auf der Straße entgegen gekommen, in der das abgebrannte Wohnmobil ihrer mutmaßlichen Komplizen Mundlos und Böhnhardt parkte. Zschäpe sei ihr aufgefallen, weil sie ihr noch nie begegnet sei. Mundlos und Böhnhardt waren nach einem Banküberfall am 4. November 2011 in Eisenach entdeckt worden und sollen daraufhin ihr Wohnmobil angezündet und sich das Leben genommen haben.

Zschäpe wurde vor drei Jahren festgenommen

Zschäpe soll zusammen mit den beiden Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos die Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gebildet haben. Der NSU soll zehn Morde und zwei Bombenanschläge zu verantworten haben. Im November 2011 wurde Zschäpe festgenommen.

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