Nigeria:Eskalation im Nigerdelta

Lesezeit: 2 min

Afrikas bevölkerungsreichstes Land verfügt über immensen Reichtum, doch die Bevölkerung merkt davon wenig. Nun wehren sich Rebellen gegen die internationalen Erdölkonzerne.

Von Tobias Zick, Kapstadt

Es ist ein Konflikt mit langer Vorgeschichte, und er speist sich aus einer Ungerechtigkeit, die sich dem Auge des äußeren Betrachters aufdrängt wie wenige andere auf der Welt. Das Mündungsdelta des Niger, im Süden vom Afrikas bevölkerungsreichstem Staat Nigeria, ist ein riesiges Labyrinth aus mangrovengesäumten Flussarmen, durchsetzt von Fördertürmen und Pipelines: Internationale Konzerne wie Shell und Chevron pumpen hier jeden Tag Hunderttausende Barrel Erdöl aus dem Boden. Die Menschen in den Dörfern sehen wenig vom Reichtum der Erde unter ihren Füßen, abgesehen von Tag und Nacht lodernden giftigen Gasfackeln sowie sterbenden Fischen, wenn mal wieder eine Ölleitung leckgeschlagen ist. Der gesetzlich vorgeschriebene Anteil an den Öleinnahmen, den die Regierung in die Regionen weiterleiten sollte, verschwindet meist in den Taschen korrupter Beamter.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
SZ-Magazin
Liebe und Partnerschaft
Und was, wenn nur einer ein Kind will?
Digitale Welt und Psyche
Mehr, mehr, mehr
boecker
Leben und Gesellschaft
»Frauen geben sich oft selbst die Schuld«
Krieg in der Ukraine: Zerstörte Panzer bei Kiew
Krieg gegen die Ukraine
Die besondere Expertise des BND
Medizin
Wie die Art der Geburt den Immunschutz prägt
Zur SZ-Startseite