Niger:17 Tote bei Gefecht an Grenze

Im Niger sind nach Angaben der Militärregierung 17 Soldaten bei einem Hinterhalt im Südwesten an der Grenze zu Burkina Faso getötet worden. Eine Abteilung der Armee sei am Dienstag in der Nähe der Gemeinde Torodi angegriffen worden, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Über Hundert "Terroristen" seien ausgeschaltet worden. "Die schnelle Reaktion der Soldaten und der Einsatz der Luftlandeeinheiten am Ort des Gefechts ermöglichten es, den Feind zu überwältigen." Damit ist es zum ersten bekannt gewordenen militärischen Zwischenfall seit dem Putsch der Armeespitze gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Mohamed Bazoum gekommen.

Die Militärs hatten den Sturz des Präsidenten vor drei Wochen unter anderem mit der sich verschlechternden Sicherheitslage rechtfertigt. Zwar sind im Niger Angriffe von Extremisten seit 2021 zurückgegangen, dennoch bleibt die Sicherheitslage fragil, vor allem im Südwesten nahe der Grenze zum Nachbarland Mali. Auf der malischen Seite haben Islamisten, die Al-Qaida oder dem Islamischen Staat nahestehen, ihren Einfluss nach dem Abzug französischer Truppen aus Mali ausbauen können. Wie Mali grenzt auch Burkina Faso an den Westen Nigers.

Militärchefs der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas wollen am Donnerstag und Freitag in Ghana eine mögliche militärische Intervention in Niger zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung beraten. Ecowas hatte den Militärs bereits einmal eine Frist zur Rückkehr zur Demokratie und Wiedereinsetzung von Bazoum ins Präsidentenamt gesetzt, diese aber ohne unmittelbare Konsequenzen verstreichen lassen. Der Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas gehören 15 westafrikanische Staaten an, darunter auch Niger.

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