Nach Anschlag von Christchurch Neuseeland verbietet halbautomatische Waffen

  • Die neuseeländische Regierung verbietet vom 11. April an den Besitz von Sturmgewehren und halbautomatischen Waffen. Der Verkauf ist ab sofort untersagt.
  • Zudem will die Regierung derlei legal erworbene Waffen zurückkaufen.
  • Vergangene Woche hatte ein mutmaßlich rechtsextremer Terrorist in zwei Moscheen 50 Menschen mit Sturmgewehren getötet.

Neuseeland wird Sturmgewehre, Magazine mit großer Kapazität und halbautomatische Waffen verbieten. Das teilte die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern mit. Die Verschärfung erfordere eine Änderung der neuseeländischen Waffengesetze, sagte Ardern. Diese solle bis zum 11. April in Kraft treten. Der Verkauf dagegen sei mit sofortiger Wirkung untersagt.

Menschen, die solche Waffen legal in ihrem Besitz haben, rief Ardern auf, ihren Bestand der Polizei zu melden. Außerdem versprach sie ein Rückkauf-Programm der Regierung für legal erworbene halbautomatische Waffen. Ihre Regierung werde dafür umgerechnet 120 Millionen Euro bereitstellen.

Vergangene Woche hatte ein mutmaßlich rechtsextremistischer Terrorist in zwei Moscheen in Christchurch 50 Menschen getötet. Der festgenommene Verdächtige habe seine Gewehre auf legale Art erworben, aber deren Leistung mit großen Magazinen erweitert, die online problemlos zu kaufen gewesen seien. Auch solche Erweiterungen fielen unter das nun beschlossene Verbot, sagte Ardern.

Die ersten Opfer der Tat wurden am Mittwoch beigesetzt. Es handelte sich um einen 44-Jährigen und seinen 15 Jahre alten Sohn. Der Imam der Al-Noor-Moschee, die als Erstes angegriffen wurde, erwartet zum Freitagsgebet eine Woche nach der Tat Tausende Menschen. Er habe die Pläne für den Gottesdienst mit den Behörden besprochen und gehe davon aus, dass er in einem großen Park gegenüber der Al-Noor-Moschee stattfinden werde, sagte Imam Gamal Fouda.

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