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Nach Urteil gegen Suu Kyi:Suu Kyi geht in Berufung

Nach dem Urteil von weiteren eineinhalb Jahren Hausarrest will der Anwalt der birmanischen Widerstandkämpferin Aung Suu Kyi in Berufung gehen. Die Vereinten Nationen verlangen derweil eine Bedenkpause.

Der Anwalt der birmanischen Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi will nach der Verurteilung seiner Mandantin zu weiteren 18 Monaten Hausarrest Berufung einlegen. Rechtsanwalt Nyan Win sagte am Mittwoch, er werde versuchen, eine beglaubigte Kopie des Urteils zu erhalten und danach Berufung bei einer höheren Gerichtsinstanz einlegen.

Ein Demonstrant protestiert in Birma gegen das Urteil, dass die Widerstandskämpferin weitere 18 Monate unter Hausarrest bleiben soll.

(Foto: Foto: AFP)

Unterdessen nahmen die Behörden in Birma eine Oppositionsaktivistin fest. Naw Ohn Hla hatte versucht, Suu Kyi in ihrem Haus in Rangun, in dem sie unter Arrest steht, zu besuchen, berichteten Augenzeugen.

Während Regierungen und Menschenrechtsorganisationen weltweit von Birmas Militärjunta die Freilassung der Oppositionsführerin verlangten, konnte sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vorerst nicht auf eine Verurteilung des umstrittenen Schuldspruchs einigen. Einige Mitgliedsländer - darunter China und Russland - verlangten eine Bedenkpause, sagte der amtierende Ratspräsident John Sawers nach einer Sondersitzung in New York.

Das Sondergericht befand Suu Kyi für schuldig, gegen die Auflagen ihres seit Jahren andauernden Hausarrests verstoßen zu haben. In dem vom Westen als Schauprozess kritisierten Verfahren ging es darum, dass ein US-Bürger die 64-jährige ungebeten in ihrem Haus besucht hatte.

Politisch ausgeschaltet

Das Gericht verurteilte die Oppositionsführerin zunächst zu einer Strafe von drei Jahren Gefängnis mit Zwangsarbeit. Wenige Minuten später ließ Juntachef Than Shwe das Urteil jedoch in eineinhalb Jahre Hausarrest umwandeln. Damit stellt das Militärregime Suu Kyi zu der für kommenden Mai erwarteten Wahl politisch kalt.

Im Mai 1990 hatte Suu Kyis Nationale Liga für Demokratie (NLD) die Wahlen in Birma gewonnen, die Militärjunta erkannte das Ergebnis aber nicht an. Suu Kyi hat fast 14 der vergangenen 20 Jahre im Arrest auf dem Anwesen ihrer Familie in Rangun verbracht.

Die Europäische Union kündigte eine Verschärfung der Sanktionen gegen das Regime an. Der südostasiatische Staatenbund Asean verlangte Aung Suu Kyis Freilassung. Anhänger der Demokratiebewegung gingen in vielen Ländern auf die Straße, um gegen den Schuldspruch zu demonstrieren. US-Präsident Barack Obama sagte: "Ich schließe mich der internationalen Gemeinschaft an, die Suu Kyis sofortige und bedingungslose Freilassung fordert."

US-Außenministerin Hillary Clinton forderte die regierende Junta auf, auch die mehr als 2000 politischen Gefangenen in Birma umgehend auf freien Fuß zu setzen.