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Nach Terrorattacke: Erste Opfer von Christchurch beigesetzt

First Burials Begin For Victims Of Christchurch Mosque Attacks

Die ersten Beerdigungen im Memorial Park Cemetery in Christchurch.

(Foto: Getty Images)
  • Ein Vater und sein Sohn sind die ersten Opfer des terroristischen Angriffs auf zwei Moscheen in Christchurch, die beigesetzt worden sind.
  • Bei dem rassistisch motivierten Massaker am vergangenen Freitag sind nach bisherigem Stand 50 Menschen getötet worden. Weitere 30 Menschen wurden verletzt.
  • Der mutmaßliche Täter - ein 28 Jahre alter Rechtsextremist aus Australien - sitzt in Untersuchungshaft.
  • Neuseelands Außenminister will in die Türkei reisen. Präsident Erdoğan nutzt das Video des Attentäters öffentlich, um Hass gegen den Islam zu belegen.

In Christchurch in Neuseeland haben am Mittwochmorgen die Beisetzungen der ersten der insgesamt 50 Opfer des Terroranschlags auf zwei Moscheen begonnen. Zunächst wurden die Leichen eines Mannes und seines Sohnes im Memorial Park-Friedhof zu Grabe getragen, wie örtliche Medien berichteten. Die beiden waren erst vor wenigen Monaten aus Syrien nach Neuseeland gekommen.

Chalid Mustafa war 44 Jahre alt, sein Sohn Hamsa 15. Der Teenager war Schüler der Cashmere High School und nach Angaben des Schulleiters Mark Wilson ein mitfühlender und hart arbeitender Junge. Er sei ein guter Reiter gewesen, der Tierarzt habe werden wollen, sagte Wilson. Hamsas 13-jähriger Bruder Saed war bei dem Angriff durch Schüsse am Bein verletzt worden.

Bei dem rassistisch motivierten Massaker am vergangenen Freitag sind nach bisherigem Stand 50 Menschen getötet worden. Weitere 30 Menschen wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter - ein 28 Jahre alter Rechtsextremist aus Australien - sitzt in Untersuchungshaft.

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Die Polizei hat eigenen Angaben zufolge bislang 21 der 50 Todesopfer identifiziert und die Leichname an die Angehörigen übergeben. Im Laufe des Mittwochs sollen demnach so gut wie alle Opfer identifiziert sein; nur in einigen Fällen werde es wohl länger dauern.

Die meisten Opfer kommen aus Einwandererfamilien. Im Islam ist es eigentlich üblich, dass Tote binnen 24 Stunden beigesetzt werden. Wegen der kriminaltechnischen Untersuchungen mussten die Familien länger auf die Freigabe der Leichen ihrer Angehörigen warten.

Der Terroranschlag hat auch international zu Verwerfungen geführt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan nutzt seit dem Wochenende Ausschnitte des Videos aus Christchurch im türkischen Wahlkampf, um wachsenden Hass und Vorurteile gegen den Islam zu belegen. Am 31. März wird in der Türkei gewählt.

Erdoğan kritisierte Neuseeland und Australien für die Entsendung von Soldaten in die Schlacht von Gallipoli während des Ersten Weltkriegs. Damals starben etwa 100 000 Menschen. Erdoğan sagte, jeder der mit anti-muslimischen Gesinnungen in die Türkei komme, werde im Sarg zurückgeschickt "wie ihre Großväter" während der Schlacht von Gallipoli. Zu Christchurch sagte er, die Türkei werde den verdächtigen Angreifer "zahlen lassen", falls Neuseeland dies nicht tue.

Die Kommentare hatten scharfe Kritik des australischen Premierministers Scott Morrison ausgelöst. Wenn Erdoğan seine Kommentare nicht zurücknehme, seien "alle Optionen auf dem Tisch". Außenminister Winston Peters will nun in die Türkei reisen, um den türkischen Präsidenten mit dessen Aussagen zu den Moschee-Anschlägen zu "konfrontieren". "Er geht dorthin, um die Dinge richtigzustellen, von Angesicht zu Angesicht", kündigte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern an.

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