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Wegen Covid-19:Münchner Sicherheitskonferenz wird verschoben 

Münchner Sicherheitskonferenz

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz begegnen sich Politiker und Experten aus aller Herren Länder, wie hier im Februar 2020. Im kommenden Jahr soll die Siko wegen der Pandemie verschoben werden.

(Foto: Michael Dalder/dpa)

Wegen der Pandemie verlegt Konferenzleiter Ischinger das Treffen auf einen unbestimmten Termin. Die Siko soll aber "weitestgehend in physischer Form" stattfinden.

Die Münchner Sicherheitskonferenz wird wegen der Corona-Pandemie verschoben. Das ursprünglich ab 19. Februar geplante Treffen von Dutzenden Regierungschefs, Ministern und Entscheidungsträgern der Außen- und Sicherheitspolitik aus aller Welt soll laut einer Mitteilung des Konferenz-Vorsitzenden Wolfgang Ischinger an einem noch nicht festgelegten Termin nachgeholt werden. Ischinger nannte die Corona-Pandemie als Grund für diese erstmalige Verschiebung in der Geschichte der Konferenz.

Seit ihrer Gründung 1963 war die Veranstaltung nur zweimal abgesagt worden. Einen Ersatztermin hat die Organisation bisher nicht festgelegt. Ischinger sagte, die Konferenz 2021 solle "weitestgehend in ihrer traditionellen physischen Form" einberufen werden, "sobald es die Bedingungen erlauben". Eine Festlegung auf einen Termin im Frühjahr vermied die Konferenzleitung, weil er zunächst "von den zuständigen Behörden bestätigt" werden müsse.

Die Siko lebt vom informellen Austausch

Die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) ist die größte außen- und sicherheitspolitische Veranstaltung in Deutschland. Neben ihrem öffentlichen Teil mit Reden und Podiumsdiskussionen finden mehr als einhundert Nebenveranstaltungen von Interessengruppen und Thinktanks statt, außerdem lebt die Konferenz von den informellen Begegnungen der Politikerinnen und Politiker am Rande.

Üblicherweise kommen neben den 300 Teilnehmern Hunderte Experten, Berater und mehr als tausend Journalisten nach München. Ischinger betonte, dass die MSC angesichts der Pandemie und der "großen Herausforderungen für die internationale Sicherheit eine Plattform für den informellen Austausch bieten muss".

Das traditionelle Weltwirtschaftsforum in Davos hatte vor einem Tag mitgeteilt, dass es sein diesjähriges Treffen nicht wie üblich in der Schweiz, sondern in Singapur abhalten werde, wo die Corona-Infektionen weitgehend unter Kontrolle sind.

Die Verschiebung der Münchner Konferenz wird die Teilnahme hochrangiger Mitglieder der neuen US-Regierung erleichtern. Der designierte Präsident Joe Biden soll am 20. Januar vereidigt werden, der Senat wird die nominierten Minister anschließend bestätigen. Biden selbst hat eine Art Gipfeltreffen der Demokratien für den Beginn seiner Amtszeit angekündigt. Spekuliert wird, ob dieser symbolische Akt der Rückkehr der USA in die transatlantische Politik in Europa stattfinden soll.

© SZ/eli/bepe
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