Malta:Die Wahrheit in der Eisbox

People hold up photos of assassinated anti-corruption journalist Daphne Caruana Galizia and torches on mobile phones during a vigil to mark eleven months since her murder in a car bomb, in Valletta

Es geht nicht nur um die Aufklärung eines Mordanschlags, es geht auch um ein nationales Trauma. Eine Demonstration in Valletta, elf Monate nach dem Tod von Daphne Caruana Galizia.

(Foto: Darrin Zammit Lupi / Reuters)

Vor drei Jahren wurde die Journalistin Daphne Caruana Galizia auf Malta getötet. Wie eng Politik und Verbrechen miteinander verstrickt sind, zeigt die Geschichte eines Kronzeugen.

Von Hannes Munzinger

Melvin Theuma wusste, dass sie kommen werden, also packte er alles, was ihm helfen könnte, in eine leere Eiscremebox: Ein Foto, drei Telefone und mehrere USB-Sticks. Er stieg in das Auto seiner Frau, legte die Schachtel auf den Beifahrersitz und fuhr los, er wollte zum Haus seiner Mutter. Frau und Sohn sollten nicht zusehen müssen, wie ihn die Polizei verhaftet. Doch die hatte ihn längst beschattet und griff sofort zu. Melvin Theuma riss die Eisschachtel an sich und sagte nur: "Ich möchte über den Mord sprechen." So werden es später Leute sagen, die mit dem Fall vertraut sind.

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