Libyen:US-Spezialkräfte fassen ranghohes Al-Qaida-Mitglied

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Die USA haben einen seit mehr als zehn Jahren gesuchten Al-Qaida-Anführer in Libyen festgenommen. Der Mann soll an Bombenanschlägen auf amerikanische Botschaften im Jahr 1998 beteiligt gewesen sein. Nahezu zeitgleich haben US-Soldaten in Somalia die Al-Shabaab-Miliz ins Visier genommen.

Den USA ist nach eigenen Angaben ein Doppelschlag im Anti-Terror-Kampf gelungen. US-Soldaten haben in Libyen ein hochrangiges Al-Qaida-Mitglied gefasst. Am Samstag sei der in den Vereinigten Staaten angeklagte Extremist Anas al-Libi festgenommen worden, sagte ein amerikanischer Regierungsvertreter. Al-Libi wird eine Beteiligung an den Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im Jahr 1998 vorgeworfen, bei denen 224 Menschen starben. Die US-Regierung hatte auf ihn ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar ausgesetzt.

Nach Angaben des Regierungsvertreters gab es auch einen Überraschungsangriff von US-Kräften in der somalischen Küstenstadt Barawe. Dabei sei aber kein Extremist gefasst worden. Die Zeitung New York Times berichtete, ein Team der Marine-Eliteeinheit Seal habe in Barawe die Villa eines hochrangigen Anführers der Islamisten-Miliz Al-Schabaab angegriffen. Zunächst hieß es, dieser sei dabei vermutlich getötet worden. Später zog die Zeitung diese Darstellung zurück und berief sich auf korrigierte Informationen aus Regierungskreisen.

Der Zeitung zufolge sei der Einsatz vor anderthalb Wochen geplant worden und eine Reaktion auf den Angriff von islamistischen Extremisten auf ein Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi, bei dem Ende September mindestens 67 Menschen ums Leben kamen. Die somalische Regierung sei in die Pläne eingeweiht gewesen, zitierte die Zeitung einen Vertreter der Regierung in Mogadischu.

Zuvor hatten Vertreter der Al-Schabaab britische und türkische Spezialkräfte für den Angriff verantwortlich gemacht und von einem toten und mehreren verletzten britischen Soldaten gesprochen. Das britische Verteidigungsministerium erklärte, nichts von einem derartigen Vorfall zu wissen. Das türkische Außenministerium wies die Beteiligung an einem Angriff zurück.

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