Korea-Konflikt:Angriffe, Anschläge, Provokationen

Der Granatenangriff auf eine südkoreanische Insel ist nur die letzte in einer langen Reihe von Aggressionen des stalinistischen Nordens. Die brenzligsten Zwischenfälle seit dem Ende des Kriegs in Bildern.

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Quelle: AFP

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Seit dem Ende des Korea-Krieges 1953 kam es zwischen Nord und Süd immer wieder zu schweren Zwischenfällen. Dem stalinistisch geführten Norden werden inzwischen Hunderte Angriffe, Anschläge und Provokationen zu Last gelegt. Ein Überblick über die wichtigsten Zwischenfälle.

Schauplatz der Auseinandersetzungen ist immer wieder die von den Vereinten Nationen 1953 gezogene Seegrenze im Gelben Meer, die Nordkorea nicht anerkennt. Auch die nun attackierte Insel Yeonpyeong liegt in diesem Gebiet. Nur drei Wochen zuvor gibt die südkoreanische Marine hier Warnschüsse ab, als ein nordkoreanisches Fischerboot hartnäckig die Grenze verletzt.

Wie auf dem Bild zu sehen, werden nordkoreanische Fischerboote in den umstrittenen Gewässern oft durch die Marine des Landes begleitet.

NORTH SOLDIERS

Quelle: AP

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Ein weiterer Schauplatz regelmäßiger Zwischenfälle: die demilitarisierte Zone (DMZ) um das Grenzdorf Panmunjom. So wie diese nordkoreanischen Soldaten lassen auch südkoreanische Truppen die Grenze, die oft als gefährlichste der Welt bezeichnet wird, niemals aus den Augen. Immer wieder kommt es hier zu Schusswechseln zwischen den Grenzposten, zuletzt im Oktober 2010.

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Quelle: AFP

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Anfang August 2010 feuert Nordkorea von seinen Stellungen auf dem Festland aus mehr als 100 Artilleriegeschosse in die Küstengewässer südkoreanischer Inseln ab. Der Norden bezeichnet dies als Reaktion auf ein kurz zuvor beendetes südkoreanisches Manöver in dem Gebiet.

Die nordkoreanische Westküste ist an dieser Stelle stark mit Artilleriebunkern gesichert. Aber auch hier darf die Propaganda nicht fehlen: "Lang lebe der große Führer Kim Il-Sung (der Vater des derzeitigen Machthabers Kim Jong-Il, Anm. d. Red.) und seine revolutionäre Ideologie!", heißt es auf dem weißen Schriftzug.

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Nicht weit von hier sinkt im März 2010 die südkoreanische Korvette "Cheonan" nach einer Explosion. 46 Besatzungsmitglieder sterben. Einige Wochen später wird das Wrack geborgen. Nordkorea weist die Vorwürfe Seouls zurück, die Explosion durch einen Torpedo verursacht zu haben.

Süd- und Nordkorea feuern Schüsse ins Gelbe Meer

Quelle: dpa

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Zu einer weiteren gefährlichen Eskalation kommt es, als der Norden im Januar 2010 einseitig eine "Fahrverbotszone" für ein Gebiet an der Seegrenze ausspricht. Am Tag darauf eröffnet die Artillerie im Rahmen eines Manövers das Feuer in Richtung auf die südkoreanische Seegrenze. Südkorea antwortet mit 100 Warnschüssen in die Luft.

Im Bild: die südkoreanische Marine.

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Im Sommer 2008 wird eine südkoreanische Besucherin des "Diamond Mountain Resort" von nordkoreanischen Soldaten erschossen. Die Ferienanlage haben Nord- und Südkorea als vertrauensbildende Maßnahme gerade erst für Touristen aus beiden Landesteilen kurz hinter der nordkoreanischen Grenze eröffnet. Als Pjöngjang eine Untersuchung des Zwischenfalls verweigert, sagt Seoul alle Besuche südkoreanischer Touristen im "Diamond Mountain Resort" ab. Der Norden beschlagnahmt daraufhin alle Gebäude des Südens in der Anlage. Das gemeinsame Tourismusprojekt liegt seither auf Eis.

TAEPODONG-1  --- SZ-Nr.241; NAH;

Quelle: AP

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1998 versetzt Pjöngjang erstmals seinen Nachbarn Japan in Alarmbereitschaft, indem es eine Rakete über japanisches Territorium hinweg in den Pazifik feuert. Japan spricht vom Test einer Langstreckenrakete, Nordkoreas Führung von einem Satellitenstart. Wenige Monate darauf präsentiert das nordkoreanische Fernsehen diese Bilder. Sie zeigen angeblich die eingesetzte Rakete Taepodong -1.

CAPTURED NORTH KOREAN SUBMARINE IS LIFTED ONTO A SHIP AT DONGHAE

Quelle: reuters

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Im Juni 1998 verfängt sich ein nordkoreanisches Mini-U-Boot weit südlich der demilitarisierten Zone in den Netzen südkoreanischer Fischer. Als die Marine das U-Boot öffnet, findet sie die Leichen der neun Besatzungsmitglieder. Sie hatten offenbar gemeinsam Selbstmord begangen. Es ist nicht das erste Mal, dass ein nordkoreanisches Spionage-U-Boot in südlichen Gewässern entdeckt wird.

Südkoreanische Marine eskortiert Fischerboote

Quelle: DPA

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Bei einer der zahlreichen Grenzverletzungen durch die nordkoreanische Marine kommt es im Juni 1999 zu einem heftigen Feuergefecht. Ein Schiff des Nordens wird dabei versenkt, fünf weitere schwer beschädigt.

KIM HYON-HEE

Quelle: AP

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Der bislang tödlichste Angriff Nordkoreas auf die Landsleute im Süden: Im November 1987 explodiert eine südkoreanische Korean-Airline-Boeing 707 auf dem Weg von Bagdad nach Seoul in der Luft. Alle 115 Menschen an Bord werden getötet. Die nordkoreanische Agentin Kim Hyon Hui (Bild) gesteht später in einem Gerichtsprozess, gemeinsam mit einem zweiten nordkoreanischen Spion in dem Flugzeug eine Bombe gelegt zu haben.

Ihrer Aussage zufolge soll der Anschlag als Warnung gesehen werden, an den Olympischen Spielen 1988 in Seoul teilzunehmen. Kim Hyon Hui erklärt, sie habe zwei Jahre lang in Nordkorea für das Attentat trainiert.

CHUN DOO HWAN GESTURES AFTER BEING FREED IN ANYANG

Quelle: reuters

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Im Oktober 1983 entgeht der südkoreanische Präsident Chun Doo Hwan bei einem Staatsbesuch in Birma nur knapp einem Bombenanschlag. 21 Menschen, darunter mehrere Minister und hohe Regierungsmitglieder, werden getötet. Einer der beiden gefassten Täter gibt an, auf Anweisung nordkoreanischer Stellen gehandelt und vor dem Anschlag in der nordkoreanischen Botschaft gewohnt zu haben. Pjöngjang weist jede Verantwortung von sich.

A PAIR OF PUNGSAN DOGS FROM NORTH KOREA IN SEOUL

Quelle: reuters

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Auch auf einen von Chun Doo Hwans Vorgängern, Präsident Park Chung Hee, verübt Nordkorea ein Attentat. Im Januar 1968 stürmt ein Kommandotrupp das Blaue Haus, den Amtssitz des Präsidenten in Seoul. Bei dem gescheiterten Anschlag sterben sieben Südkoreaner.

Sechs Jahre später versucht ein nordkoreanischer Agent, Park während einer Rede zu erschießen. Dabei stirbt die Frau des Präsidenten.

Im Bild: Zwei Welpen mit den hoffnungsfrohen Namen "Einigkeit" und "Unabhängigkeit" spielen im Garten den Blauen Hauses. Sie waren ein Geschenk Nordkoreas, als es im Jahr 2000 zu einer kurzfristigen Entspannung der Beziehung zwischen Nord und Süd kam.

© sueddeutsche.de
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