Klimakonferenz Kopenhagen:Die Vermittler hinter den Kulissen

Bevor die Regierungschefs übernehmen, haben andere im Hintergrund schon einen Großteil der Arbeit erledigt. sueddeutsche.de zeigt die wichtigsten Verhandler.

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Hedegaard, AFP

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Bevor in der zweiten Woche die Regierungschefs in Kopenhagen auflaufen, haben andere im Hintergrund für sie schon die Arbeit erledigt. Die wichtigsten Verhandler hinter den Kulissen.

Ohne sie würde in Kopenhagen gar nichts gehen: Connie Hedegaard. Die 49-jährige Dänin leitet die Klimakonferenz in Kopenhagen. Zuvor war sie dänische Umweltministerin - nächstes Jahr soll sie die europäische Umweltkommissarin werden. Die EU-Staaten wollen in Kopenhagen ein internationales Klimaschutzabkommen mit verbindlichen Emissionszielen erreichen. Dafür verspricht die EU Entwicklungsländern eine milliardenschwere Soforthilfe. Unabhängig von den Ergebnissen in Kopenhagen will die EU ihren CO2-Ausstoß bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 verringern.

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Xie Zhenhua, Danische Botschaft

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Für China verhandelt Xie Zhenhua. Der 60-jährige Ingenieur ist stellvertretender Direktor der staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform und gleichzeitig Chinas oberster Klimagesandter. Das Land fordert mehr Engagement von den USA und lehnt verbindliche Klimaziele für Entwicklungsländer ab. China bietet lediglich an, in Zukunft energieeffizienter zu wirtschaften.

Foto: Dänische Botschaft in Peking

Ramesh, AFP

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Jairam Ramesh verhandelt federführend für Indien. Im Juli traf sich US-Außenministerin Hillary Clinton mit ihm, um Indien zu Zugeständnissen beim Kampf gegen den Klimawandel zu bewegen. Bisher lehnt das Land verbindliche Emissionsreduktionsziele für Entwicklungsländer ab. Indien besitzt große Kohlevorräte und will damit sein Wirtschaftswachstum weiter befeuern. Gleichzeitig würde der indische Kontinent als eine der ersten Regionen unter einem steigenden Meeresspiegel durch Klimawandel leiden.

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Rousseff, AFP

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Dilma Rousseff, rechte Hand von Staatschef Lula da Silva, verhandelt für Brasilien. Schon zu Zeiten der brasilianischen Militärdiktatur engagierte sie sich politisch und verbrachte deswegen knapp drei Jahre im Gefängnis. Lula da Silva sähe sie gern als seine Nachfolgerin.

Brasilien ist das einzige Entwicklungsland, das Reduktionsziele vorgelegt hat. Zwar will es sich dazu nicht verpflichten lassen, doch strebt es von sich aus an, bis 2020 seinen CO2-Ausstoß um mindestens 36 Prozent zu reduzieren gegenüber seinen aktuell prognostizierten Werten.

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Ed Miliband, AFP

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Der britische Energie- und Klimawandelminister Ed Miliband ist der kleine Bruder von Außenminister David Miliband. Der 39-jährige Oxford-Absolvent will in Kopenhagen ein verbindliches Abkommen durchsetzen.

Großbritannien selbst hat ehrgeizige Klimaziele vorgelegt und fordert die anderen EU-Länder auf, nachzuziehen: Wenn es nach Großbritannien geht, soll die EU bis 2020 ihren CO2-Ausstoß sogar um 30 Prozent reduzieren. Außerdem schlägt UK-Premierminister Gordon Brown die Schaffung eines milliardenschweren Klimafonds für Entwicklungsländer vor.

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Jonathan Pershing, AFP

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Jonathan Pershing ist Chef der US-Delegation und damit eine der zentralen Figuren im Klimapoker. Auch bei den Verhandlungen des Kyoto-Protokolls war er schon für die USA dabei. Zwischenzeitlich arbeitete der promovierte Geologe für einen Umwelt-Think-Tank in Washington D.C.

Die USA kündigten an, bis 2020 ihren CO2-Ausstoß um 17 Prozent reduzieren zu wollen gegenüber 2005 - das ist ihren Verhandlungspartnern in Kopenhagen nicht genug.

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Nicole Wilke, Bundesumweltministerium

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Nicole Wilke führt die deutsche Delegation in Kopenhagen an. Auch 2007 in Bali, der Vorbereitungskonferenz von Kopenhagen, leitete sie die Verhandlungen. Zum Bundesumweltministerium kam sie 2003. Zuvor war Wilke Referentin im Wirtschaftsministerium von Niedersachsen.

Deutschland will seine CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent senken gegenüber 1990 - das legt der Koalitionsvertrag fest, egal was in Kopenhagen passiert.

Foto: Bundesumweltministerium

Mohammed Al-Sabban, Opec

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Der Chef der saudischen Delegation ist Mohammed al-Sabban. Er könnte einer der größten Bremser bei den Verhandlungen werden: Sein Land will ein Abkommen, das verbindliche Klimaschutzziele festlegt, verhindern - und andernfalls auf millionenschwere Ausgleichszahlungen beharren. Im Vorfeld der Konferenz bestritt al-Sabban, dass es einen Zusammenhang zwischen menschlichen Aktivitäten und dem Klimawandel gibt.

Foto: Opec

Yvo de Boer, AFP

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Der Niederländer Yvo de Boer leitet die Klimaorganisation der Vereinten Nationen und nennt sich auch "das Gewissen des Verhandlungsprozesses". Auf der UN-Klimakonferenz in Bali 2007 brach er einmal in Tränen aus, weil ihm ein chinesischer Gesandter Parteilichkeit unterstellte. Die Bali-Konferenz bezeichnete er als "erstes romantisches Treffen" - da habe man noch nicht über konkrete Zukunftspläne sprechen können. Für Kopenhagen jedoch gilt das nicht mehr. Alles andere als ein Abkommen mit verbindlichen Zielen würde für ihn ein Scheitern bedeuten.

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Michael Zammit Cutajar, Reuters

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Auf ihn kommt es am Ende an: Michael Zammit Cutajar, links neben Yvo de Boer. Zammit Cutajar ist in Kopenhagen der Gesandte Maltas und viel wichtiger: stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe für langfristige Kooperation.Seine Arbeitsgruppe wird den Text des Abschlussdokuments schreiben - und er wird wohl auch die letzte Sitzung des Klimagipfels leiten.

Ob er und Yvo de Boer sich am Ende freuen können, wird nicht ganz allein von den mehr als zehntausend Unterhändlern der über 190 vertretenen Länder abhängen - auch 5000 Lobbyisten werden in Dänemarks Hauptstadt erwartet.

Foto: Reuters

Text: sueddeutsche.de/rasa

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