Kabinett Trump Umstrittener Senator Jeff Sessions soll US-Justizminister werden

Er sei "unglaublich beeindruckt" von Jeff Sessions (Bild), sagte der zukünftige US-Präsident Donald Trump.

(Foto: AP)

Der künftige US-Präsident Trump will den Senator von Alabama in seiner Regierung haben. Sessions gilt als erzkonservativer Hardliner, seit langem gibt es Rassismus-Vorwürfe gegen ihn.

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat dem Senator Jeff Sessions das Amt des Justizministers angeboten. Das berichten amerikanische Medien übereinstimmend. Sessions war im Wahlkampf einer der wichtigsten Berater von Donald Trump. Er hat ihn seit Februar offen unterstützt - als eines der ersten Kongress-Mitglieder. Sessions soll auch als Verteidigungsminister im Gespräch gewesen sein.

Der 69-jährige Sessions vertritt seit 1996 Alabama im US-Senat. Er gilt als erzkonservativer Hardliner. Außenpolitisch wird er als Falke ("hawk") beschrieben, innenpolitisch als Verfechter einer restriktiven Einwanderungspolitik. Als Senator stimmte er gegen praktisch jeden Entwurf eines Einwanderungsgesetzes, der illegalen Immigranten die Staatsbürgerschaft verschaffen sollte. Trump teilte nach einem Treffen mit Sessions am Donnerstag mit, dass er "unglaublich beeindruckt" von dem Politiker sei.

Kontrovers dürfte die Personalie Sessions aber besonders wegen der Rassismus-Vorwürfe sein, die seine politische Karriere seit Jahrzehnten begleiten. Ein Senats-Komitee wollte den damaligen Staatsanwalt vor 30 Jahren nicht zum Bundesrichter befördern, weil dessen Kollegen ausgesagt hatten, Sessions habe Schwarze rassistisch beleidigt und den Ku-Klux-Klan verharmlost. Sessions hat dies stets zurückgewiesen.

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Mike Pompeo soll neuer CIA-Chef werden

Feststehen soll auch der künftige Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA. Medienberichten zufolge will Trump den 52-jährigen Abgeordneten Mike Pompeo mit dem Posten betrauen. Pompeo soll das Angebot bereits angenommen haben. Er gilt als Anhänger der erzkonservativen Tea Party-Bewegung.

Seit 2010 vertritt Pompeo im Abgeordnetenhaus den Bundesstaat Kansas. Er ist Mitglied im Geheimdienstausschuss und wird als enger Vertrauter des designierten US-Vizepräsidenten Mike Pence beschrieben. Der Absolvent der Militärakademie West Point und der Universität Harvard profilierte sich im Wahlkampf als Kritiker von Hillary Clinton. Er unterstützte FBI-Direktor James Comey öffentlich darin, kurz vor der Präsidentenwahl neue Nachforschungen zur E-Mail-Affäre der demokratischen Kandidatin anzustellen.

Pompeo saß auch in dem Kongressausschuss, der die frühere Außenministerin Clinton wegen des Anschlags im libyschen Bengasi 2011 kritisierte. Er trat zudem als entschiedener Kritiker des Atomabkommens in Erscheinung, das Washington, die übrigen vier UN-Veto-Mächte, die EU und Deutschland mit Iran geschlossen hatte. Trump hatte den Deal während des Wahlkampfs wiederholt kritisiert und Nachverhandlungen gefordert.

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