Jerusalem-TagebuchHeiliger geht's nicht

Der Tempelberg ist für Muslime wie Juden ein herausragender Ort ihres Glaubens. Doch nicht alle haben die Freiheit, hier zu beten. Sechste und letzte Folge unseres Jerusalem-Tagebuchs zu Ostern.

Von Peter Münch (Text) und Alessandra Schellnegger (Fotos)

Jerusalem, die Stadt des Friedens, ist umkämpft seit ewigen Zeiten. In der Woche vor dem Oster- und dem Pessachfest zeigen die Fotografin Alessandra Schellnegger und SZ-Korrespondent Peter Münch in einem Tagebuch, wie in dieser Stadt gelebt, gebetet, gefeiert wird.

Tag 6 und Schluss: Heiliger geht's nicht

Es herrscht träge Morgenstimmung an diesem Ort, der dem Himmel so nah ist. Über allem strahlt die goldene Kuppel des Felsendoms, zwischen den mächtigen Säulen der Al-Aksa-Moschee verlieren sich ein paar ins Gebet versunkene Männer. Kleine Grüppchen verschleierter Frauen sitzen draußen auf Plastikstühlen in der Sonne, Kinder spielen in einem Sandhaufen, junge Burschen mit Gel im Haar schlendern schwatzend umher. Und dann kommt der Alarm, laut und schrill - und alles ist in Aufruhr.

"Allahu akbar!" - Eine Gruppe arabischer Jungs schreit den jüdischen Besuchern ihr Mantra entgegen.

Bild: Alessandra Schellnegger 4. April 2015, 10:532015-04-04 10:53:13 © SZ.de/mikö