UN-Mission:Deutschland will Beobachter nach Jemen schicken

Hodeidah ist für die Versorgung des Landes von zentraler Bedeutung. (Foto: REUTERS)
  • Deutschland beteiligt sich an der UN-Mission zur Überwachung der Waffenruhe in der jemenitischen Hafenstadt Hodeidah.
  • Das gibt Außenminister Maas nach einem Gespräch mit seinem US-Amtskollegen Pompeo bekannt.
  • Wie viele Beobachter geschickt werden, ist noch unklar.

Deutschland will sich mit Beobachtern an der UN-Mission zur Überwachung der Waffenruhe in der jemenitischen Hafenstadt Hudaida beteiligen. Das gab Bundesaußenminister Heiko Maas nach einem Gespräch mit seinem US-Pendant Mike Pompeo in Washington bekannt. Er sagte aber noch nicht, wie viele Beobachter in den Jemen geschickt werden sollen.

Der UN-Sicherheitsrat hatte in der vergangenen Woche grünes Licht für die vorerst auf sechs Monate angelegte Mission in dem Bürgerkriegsland gegeben. Es sollen insgesamt 75 unbewaffnete Beobachter dorthin geschickt werden. Dabei kann es sich um Polizisten, Verwaltungsbeamte oder auch Militärberater handeln.

Unter Vermittlung der Vereinten Nationen hatten sich die Konfliktparteien Mitte Dezember auf eine Feuerpause für das lange Zeit heftig umkämpfte Hodeidah geeinigt. Der Ort am Roten Meer ist für die Versorgung des Landes von zentraler Bedeutung.

Mit der Waffenruhe ist die Hoffnung auf eine Entspannung der dramatischen humanitären Lage in dem Land auf der Arabischen Halbinsel verbunden. Im Jemen bekämpfen sich Regierungstruppen und schiitische Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. 2015 griff eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz auf Regierungsseite in den Bürgerkrieg ein. Nach mehr als vier Jahren Bürgerkrieg erlebt der Jemen den UN zufolge die schwerste humanitäre Krise der Welt. Millionen Menschen müssen hungern, 250 000 droht der Hungertod.

© SZ.de/dpa/AFP/bix - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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