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Jemen:Um Jahre zurückgebombt

Eine Anzeige beim Internationalen Strafgerichtshof wegen der Waffenverkäufe an die Kriegsparteien ist gut und richtig. Doch die Menschen in dem völlig verarmten und zerstörten Land brauchen schnellere Hilfe.

Es ist gut und zu begrüßen, wenn eine Anzeige von Menschenrechtsanwälten beim Internationalen Strafgerichtshof den Krieg in Jemen wieder ins öffentliche Bewusstsein rückt. Und es ist berechtigt, die juristische Frage klären zu lassen, ob Rüstungsfirmen und Regierungsstellen Beihilfe zu Kriegsverbrechen leisten, wenn sie ihre Produkte an eine Konfliktpartei liefern, der eben solche Verbrechen angelastet werden, oder wenn sie diese Lieferungen genehmigen.

Den Menschen in Jemen allerdings verschafft das zunächst keine Linderung in ihrer katastrophalen Lage. Was die Politik auch hierzulande ihnen schuldet, ist maximaler Druck, um auf einen Waffenstillstand und ein Ende dieses Krieges hinzuwirken. Er hat das ohnehin ärmste Land der arabischen Welt um Jahrzehnte zurückgeworfen und nach realistischen Berechnungen eine Viertelmillion Menschen das Leben gekostet, viele von ihnen Kinder.

Die Ursachen für diesen Krieg sind komplex, und Saudi-Arabien ist nicht die einzige Partei, die Kriegsverbrechen begeht. Die von Iran unterstützten Huthis scheren sich ebenso wenig um das humanitäre Völkerrecht. Sie halten das Land in Geiselhaft. Es gibt erste Gespräche zwischen ihnen, den USA und Saudi-Arabien. Es ist die vordringliche Aufgabe, diese zum Erfolg zu führen.

© SZ vom 12.12.2019
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