20. Juli 1944:Attentat auf Hitler

Claus Schenk Graf von Stauffenberg versuchte, den Diktator Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten - Attentat und Putschversuch misslangen. Ein Rückblick in Bildern.

12 Bilder

stauffenberg Haus der Geschichte Baden-Wuerttemberg

Quelle: SZ

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Zum 74. Mal jährt sich das Attentat auf Adolf Hitler, bei dem Claus Schenk Graf von Stauffenberg im Führerhauptquartier Wolfsschanze in Ostpreußen eine Sprengladung zündete. Das Attentat misslang - Hitler überlebte.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg ging in die Geschichte ein als Hitler-Attentäter.

Politisch war der Adelssproß national-konservativ eingestellt. In frühen Jahren gehörte er mit seinen Brüdern zum Kreis um den Dichter Stefan George.

Diese Aufnahme zeigt den jungen Adeligen um 1925.

Foto: Haus der Geschichte Baden-Württemberg/ddp

Stauffenberg  Bundesarchiv

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Stauffenberg entschied sich früh für eine militärische Karriere. Der "Offizier" gehörte zum Idealbild des jungen Soldaten. Die Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 begrüßte er, in Briefen äußerte er sich später abfällig zu Juden und "Mischvolk".

Die Aufnahme entstand in den zwanziger Jahren. Damals war Stauffenberg beim 17. Reiterregiment in Bamberg.

Foto: Bundearchiv Bild 183-C0716-0046-003

Stauffenberg Hitler Bundesarchiv

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Im Krieg schloss sich der Offizier im Generalstab Stauffenberg dem Widerstand gegen Hitler an.

Stauffenberg und seine Verschwörer entschlossen sich, Hitler zu töten - um Deutschland vor der Katastrophe zu bewahren, den Krieg und die Judenverfolgung zu beenden. Gleichzeitig propagierten sie eine elitäre, antidemokratische Staatsvision.

Der schwer kriegsversehrte Stauffenberg wurde am 1. Juli 1944 Chef des Stabes beim Befehlshaber des Ersatzheeres - und hatte damit Zugang zu den Führerhauptquartieren. Zweimal - am 11. und am 15. Juli - versuchte Stauffenberg, Hitler zu töten.

Beide Male brach er den Versuch ab, weil SS-Chef Heinrich Himmler und Reichsmarschall Hermann Göring nicht anwesend waren.

Diese Aufnahme zeigt Stauffenberg (li.) und Hitler (re.) im Führerhauptquartier Wolfsschanze am 15. Juli 1944.

Foto: Bundesarchiv Bild 146-1984-079-02

Göring Attentat Stauffenberg

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20. Juli 1944: Reichsmarschall Hermann Göring (helle Uniform) und der "Sekretär des Führers", Martin Bormann (links), begutachten die Zerstörung im Raum der Karten-Baracke im Führerhauptquartier Wolfsschanze bei Rastenburg in Ostpreußen. Dort hatte Oberst Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg eine Sprengladung gezündet.

Archivfoto: dpa

Stauffenberg  Hitler

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Unter einem Tisch hatte Stauffenberg eine Aktentasche mit Sprengstoff platziert und eine gemeinsame Besprechung mit Hitler und seinem Stab vorzeitig verlassen. Doch das Attentat missglückte. Der Pfeil soll den Platz zeigen, an dem Hitler während der Explosion stand - die Angaben gelten allerdings keineswegs als gesichert.

Archivfoto: AP

Stauffenberg Hitler

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Kurz nach dem versuchten Attentat bereitet sich der sichtlich geschockte Adolf Hitler auf ein Treffen mit dem italienischen Diktator Benito Mussolini vor. Zu diesem Zeitpunkt glaubt Stauffenberg, Hitler sei tot - und damit das größte Hindernis für den Sturz des Regimes beseitigt.

Doch kurz vor Tagesende ist die "Operation Walküre" gescheitert, Stauffenberg und seine Mitverschwörer wurden von regimetreuen Offizieren verhaftet.

Archivfoto: AP

Stauffenberg

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Nur wenige Stunden später, am 21. Juli 1944 gegen 0:15 Uhr, wird Stauffenberg standrechtlich im Berliner Bendlerblock hingerichtet. Er wurde 36 Jahre alt.

Archivfoto: ddp

Stauffenberg

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1953 wurde am Ort der Erschießung das "Ehrenmal der Opfer des 20. Juli 1944" des Bildhauers Richard Scheibe errichtet.

Foto: AP

Stauffenberg

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Jedes Jahr gedenkt die Bundesrepublik Deutschland den Widerständlern. Für die Bundeswehr ist der 20. Juli ein ganz besonderer Tag: Über viele Jahre war es Tradition, dass Rekruten am Bendlerblock ihr Gelöbnis ablegen, 2009 legten Verteidigungsminister Franz Josef Jung und der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Wolfgang Schneiderhan, einen Kranz nieder. Das Gelöbnis fand vor dem Reichstagsgebäude statt.

Foto: AP

Stauffenberg

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Die Inschrift des Ehrenmals lautet: "Ihr trugt die Schande nicht, Ihr wehrtet Euch, Ihr gabt das große ewig wache Zeichen der Umkehr, opfernd Euer heißes Leben für Freiheit, Recht und Ehre."

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Stauffenberg

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Eine Dauerausstellung im Bendlerblock beschäftigt sich mit allen Formen des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus.

Foto: AP

Sterbeurkunde Stauffenberg

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Stauffenberg hat kein Grab. Nach der Erschießung der Verschwörer wurden sie zuerst auf einem kirchlichen Friedhof in Berlin bestattet, wenig später ließ SS-Chef Heinrich Himmler die Leichen ausgraben, verbrennen und ihre Asche verstreuen.

Die Familien der Attentäter des 20. Juli wurden in Sippenhaft genommen: Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg kam für fünf Monate ins KZ Ravensbrück; die Kinder unter falschem Namen in ein Kinderheim nach Bad Sachsa. Im Januar 1945 kam Tochter Konstanze in einem NS-Frauenentbindungsheim in Frankfurt (Oder) zur Welt.

Eine Sterbeurkunde wurde für Stauffenberg erst 1951 ausgestellt.

(Foto: oh. Text: gdo/odg)

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