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Irans Waffenprogramm:Ahmadinedschad enthüllt neues Kampfflugzeug

Martialischer Name, ungewöhnliche Erscheinung: Voller Stolz präsentiert der iranische Präsident Ahmadinedschad ein neues Militärflugzeug. Die "Eroberer 313" entspreche einem amerikanischen Jet. Eine Ähnlichkeit zwischen den Kampfflugzeugen besteht allerdings nicht.

"Eroberer 313", so heißt ein neues Kampfflugzeug Irans. Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat es gerade mit sichtlichem Stolz enthüllt.

Iranische Medien berichteten am Samstag, die "Eroberer 313" (Qaher-313) sei im Iran entwickelt und gebaut worden und entspreche der amerikanischen F/A-18. Die Qaher-313 soll als Mehrzweck-Kampfflugzeug sowohl feindliche Flugzeuge aufspüren und abschießen als auch Ziele am Boden bekämpfen können. Der Jet soll den Angaben nach wegen seiner Form nur sehr schwer vom Radar zu erfassen sein.

Ahmadinejad unveils new Iranian jetfighter

Mahmud Ahmadinedschad bei der Präsentation des  neuen Kampfflugzeugs.

(Foto: dpa)

Die Präsentation erfolgte im Rahmen der Gedenken an den 34. Jahrestag der Islamischen Revolution 1979, schrieb die Nachrichtenagentur Irna. Ahmadinedschad erklärte, das Flugzeug gehöre zu den modernsten der Welt. "Das Tempo der Entwicklung Irans hängt nun nicht mehr von den Umständen ab, sondern von unserem Willen."

Die als Vergleich genannte F/A-18 von McDonnell Douglas ist seit 1983 ("Hornet"), beziehungsweise seit 1999 ("Super Hornet") im Einsatz und gehört zur Standardausrüstung der US-Flugzeugträger. Sie trägt diverse Raketen und elektronische Stör- und Warnsysteme. Ob die Flugzeuge vergleichbar sind, ist unbekannt; sie ähneln sich nicht.

Ausländische Experten haben sich bislang meist skeptisch über Meldungen aus dem Iran zu militärischen Fortschritten geäußert, weil diese kaum unabhängig zu überprüfen sind. Iran kommt wegen des Waffenembargos im Zuge seines Atomprogramms nur schwer an Militärtechnik.

"Der Ball liegt im Feld der Regierung des Irans"

Die Luftwaffe Irans besteht nur aus wenigen Dutzend Kampfjets. Dabei handelt es sich entweder um russische Maschinen oder veraltete US-Flugzeuge, die noch vor der iranischen Revolution 1979 angeschafft wurden. Die USA und Israel haben einen Militärschlag gegen die iranischen Atomanlagen nicht ausgeschlossen.

Die USA haben dem Iran unterdessen direkte Verhandlungen über das umstrittene Atomprogramm Teherans angeboten. Wenn die iranische Führung es ernst meine, sei man zu einem solchen bilateralen Treffen bereit, sagte Vizepräsident Joe Biden am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

"Der Ball liegt im Feld der Regierung des Irans." Es gebe immer noch Zeit für Diplomatie, die allerdings durch Druck unterstützt werden müsse.

Der Westen befürchtet, dass der Iran mit seinem Nuklearprogramm den Bau von Atomwaffen vorbereitet. Die Verhandlungen darüber kommen seit Jahren nicht voran.

© Süddeutsche.de/dpa/'Reuters/segi/sekr
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