Terror in Iran:IS bekennt sich zu Anschlag auf Pilgerstätte

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Terror in Iran: Der schiitische Schah-Tscheragh-Schrein in der iranischen Stadt Schiras wurde zum Schauplatz eines Terroranschlags des IS.

Der schiitische Schah-Tscheragh-Schrein in der iranischen Stadt Schiras wurde zum Schauplatz eines Terroranschlags des IS.

(Foto: Wana News Agency/Reuters)

Bei einer Attacke in der iranischen Millionenstadt Schiras sind nach Angaben staatlicher Medien mindestens 15 Menschen getötet worden, darunter auch Frauen und Kinder. Zudem sollen Dutzende weitere Menschen verletzt sein.

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) bekennt sich zum Anschlag auf einen schiitischen Schrein in der iranischen Stadt Schiras. Staatlichen Medien zufolge sind dort mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen, darunter Frauen und Kinder.

Berichten zufolge handelte es sich bei den Opfern um Pilger und Beschäftigte des Schah-Tscheragh-Schreins. "Ein Terrorist" habe den Ort attackiert, sagte der Chef der örtlichen Justizbehörden, Kasem Mussawi, im iranischen Staatsfernsehen. Ein Mann mit "Verbindungen zu 'Takfiri'-Gruppen" sei festgenommen worden, hieß es weiter. Der Begriff "Takfiri" wird von den iranischen Behörden verwendet, um sunnitische Dschihadisten zu bezeichnen.

Wie die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim berichtet, hat der Täter zunächst einen Mitarbeiter am Eingang des Schreins von Schah Tscheragh, einem Bruder des achten Imams Reza, erschossen, dann klemmte seine Waffe. Es gelang ihm das Gewehr zu reparieren und er eröffnete das Feuer auf die Gläubigen.

Präsident Ebrahim Raisi erklärte laut Berichten der staatlichen Medien, dass Iran auf diese Tat reagieren werde: "Dieses Verbrechen wird definitiv nicht ungesühnt bleiben, und die Sicherheits- und Strafverfolgungskräfte werden denen, die den Anschlag geplant und ausgeführt haben, eine Lektion erteilen."

Der Anschlag in Schiras fand am gleichen Tag statt, an dem es im ganzen Land zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten kam. Viele Iranerinnen und Iraner gedachten der Kurdin Mahsa Amini, die vor 40 Tagen nach ihrer Festnahme durch die sogenannte Sittenpolizei ums Leben kam. Einem Augenzeugen zufolge hatten Sicherheitskräfte in Aminis Heimatstadt Saqqez sogar auf die Trauernden geschossen, die sich auf dem Friedhof zu einer Gedenkfeier versammelt hatten. Die halbstaatliche Nachrichtenagentur Isna meldete, rund 10 000 Personen hätten sich am letzten Tag der Trauerperiode beteiligt. In Iran wird traditionell 40 Tage um ein Familienmitglied getrauert.

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