Mohammad Jawad Zarif Irans Außenminister reicht Rücktritt ein

Mohammad Jawad Zarif, 59, war seit 2013 iranischer Außenminister. Hier im Bild ist er auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu sehen.

(Foto: dpa)
  • Irans Außenminister Zarif hat seinen Rücktritt verkündet.
  • Er war maßgeblich an dem Atomabkommen mit den UN-Vetomächten und Deutschland beteiligt.
  • Unterdessen ist der syrische Präsident Assad zum ersten Mal seit Beginn des Syrienkrieges nach Iran gereist und hat sich mit Staatsoberhaupt Ajatollah Chamenei getroffen.

Der iranische Außenminister Mohammad Jawad Zarif hat seinen Rücktritt eingereicht. "Ich entschuldige mich, dass ich nicht mehr in der Lage bin, mein Amt weiter auszuüben, und für alle meine Unzulänglichkeiten in meiner Amtszeit", teilte Zarif über seinen verifizierten Instagram-Account mit. Weshalb Zarif zurücktritt, war zunächst nicht klar.

Der 59-Jährige war seit 2013 Außenminister der Islamischen Republik. Vorher war Zarif Botschafter seines Landes bei den Vereinten Nationen in New York. Als Außenminister hat er unter anderem maßgeblich das Atomabkommen mit den UN-Vetomächten und Deutschland mitverhandelt. Die Vereinbarung von 2015 sollte den Iran daran hindern, Atomwaffen zu entwickeln. Im Gegenzug sollten Sanktionen aufgehoben werden. Inzwischen haben sich die USA wieder aus dem Abkommen zurückgezogen und neue Sanktionen verhängt.

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Mitte Februar hatte Zarif an der Münchner Sicherheitskonferenz teilgenommen, wo er die Europäer zu einem robusteren Auftreten gegenüber den USA im Streit um das Atomabkommen aufgefordert hatte. Bei der Arbeit an dem auch im Iran umstrittenen Vertrag war Zarif einer der wichtigsten Mitstreiter des gemäßigten Präsidenten Hassan Ruhani. Dieser steht vonseiten konservativer Kräfte im Iran in der Kritik, weil die ohnehin geschwächte Wirtschaft durch neue US-Sanktionen noch stärker beeinträchtigt wird.

Unterdessen ist der syrische Präsident Baschar al-Assad zum ersten Mal seit Beginn des Syrienkrieges nach Iran gereist und hat sich dort mit dem obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei getroffen. Bei dem offiziellen Staatsbesuch habe Al-Assad der iranischen Führung für die Unterstützung im syrischen Bürgerkrieg gedankt, teilte das syrische Präsidialamt am Montag mit. Chamenei habe seinerseits Syrien zu den Erfolgen "im Kampf gegen den Terrorismus" gratuliert.

Der Iran ist neben Russland einer der wichtigsten Unterstützer des syrischen Präsidenten in dem seit acht Jahren andauernden Krieg. Israel hatte zuletzt immer wieder mutmaßlich iranische Einrichtungen in Syrien bombardiert, um einem zu großen Einfluss Irans in der Region zu verhindern.

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