Öl-Handel Iran startet dreitägiges Militärmanöver im Golf

Erst in der vergangenen Woche wurde das neue iranische U-Boot Fateh in Betrieb genommen. Ausgestattet ist es mit Marschflugkörpern.

(Foto: AP)
  • Mehr als 100 Schiffe sollen sich an einem dreitägigen Militärmanöver an der Straße von Hormus bis in den Persischen Golf beteiligen, berichten iranische Staatsmedien.
  • Ein Drittel des weltweit verschifften Öls wird durch die Straße von Hormus transportiert. Wiederholt hatte Iran mit einer Sperrung der Straße gedroht.

Iran will seine militärische Stärke demonstrieren. Am Freitag hat ein dreitägiges Seemanöver im Persischen Golf begonnen. An der von der Straße von Hormus bis in den Indischen Ozean abgehaltenen Übung nehmen Staatsmedien zufolge über 100 Schiffe teil. Darunter befinde sich auch das erst vor einer Woche in Dienst gestellte und mit Marschflugkörpern ausgestattete U-Boot Fateh.

Die Straße von Hormus hat eine strategisch wichtige Bedeutung: Die Meerenge gilt als eine der wichtigsten Routen für den Öl-Handel mit den USA, Westeuropa und Japan. Durch das Nadelöhr, das den Persischen Golf im Westen mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean im Osten verbindet, wird ein Drittel des weltweit verschifften Öls transportiert.

Bei der jetzt beginnenden iranischen Großübung werde die Abwehr unterschiedlicher Bedrohungen geprobt. Zudem würden Waffen getestet und die Einsatzbereitschaft von Ausrüstung und Personal bewertet, sagte Marinechef Konteradmiral Hossein Chansadi im Staatsfernsehen. Neben dem Abschuss von Raketen vom U-Boot aus würden auch Starts von Helikopter und Drohnen auf der Fregatte Sahand erprobt.

Wiederholt hatte Iran mit einer Blockade der Meerenge gedroht. Beim Streit um das iranische Atomprogramm hatte Irans Erster Vizepräsident Mohammad Reza Rahimi schon Ende 2011 angekündigt, im Falle eines Ölembargos auch den Westen von Öllieferungen abschneiden zu wollen. Öl ist die Haupt-Einnahmequelle Irans.

Nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen hatte Iran diese Drohung im vergangenen Jahr erneuert: Sollte Washington im Zuge verschäfter Sanktionen die Ölexporte der islamischen Republik zum Erliegen bringen, werde man im Gegenzug den Öltransport durch die Straße von Hormus zerstören. Als Reaktion auf die Drohungen hatten die USA im Dezember den Flugzeugträger "John C. Stennis" in den Golf entstandt.

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