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Internetvideo der Terrormiliz IS:IS tötet offenbar 30 äthiopische Christen

  • Im Internet ist Berichten zufolge ein Video der Terrormiliz Islamischer Staat aufgetaucht.
  • Die Bildsequenzen zeigen demnach die Hinrichtung von etwa 30 Menschen.
  • Im Video selbst werden die Opfer als Angehörige der "feindlichen äthiopischen Kirche" bezeichnet - bislang ist diese Information von offizieller Seite aber nicht bestätigt.
  • Iran und Afghanistan haben beschlossen, die Terrormiliz zukünftig gemeinsam zu bekämpfen.

IS-Terroristen veröffentlichen Video von Massenexekution

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat am Sonntag ein Video veröffentlicht, das ihren Angaben zufolge die Ermordung von etwa 30 äthiopischen Christen in Libyen zeigt. In dem knapp halbstündigen Internetvideo ist zu sehen, wie mehrere Männer an einem Strand getötet werden, andere werden in einer Wüste erschossen. Die Getöteten werden in dem Video als Angehörige der "feindlichen äthiopischen Kirche" präsentiert.

Die nordirische Zeitung Belfast Telegraph schreibt, das 29-minütige Video zeige zwei Gruppen von Gefangenen: eine im Osten Libyens, eine im Süden des Landes. Maskierte Kämpfer würden in dem Video zunächst lange Ansprachen halten. Danach würden beide Gefangenengruppen getötet gezeigt, die im Süden erschossen, die im Osten mit durchgeschnittener Kehle an einem Strand liegend.

Bislang ist die Identität der Getöteten sowie die Echtheit des Videos nicht eindeutig bestätigt. Das Video trägt den Informationen der Zeitung zufolge das übliche Emblem von IS-Videos und ähnel in seiner Machart bislang veröffentlichten Videos der Terroristen.

Ähnliches Tötungs-Video des IS im Februar

Der libysche IS-Ableger hatte bereits Mitte Februar ein Video veröffentlicht, das die Enthauptung von 21 koptischen Christen an einem Strand nahe der Hauptstadt Tripolis zeigen soll. Diese waren zuvor von den Dschihadisten entführt worden. Ägypten bombardierte daraufhin mehrere Lager und Stellungen des IS in Libyen, um Vergeltung für die Morde zu üben.

In Libyen herrschen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 Chaos und Gewalt. Verschiedene rivalisierende Milizen kämpfen um die Kontrolle der größeren Städte und Ölvorkommen, während zwei Parlamente und Regierungen die Macht für sich beanspruchen.

Iran und Afghanistan wollen IS gemeinsam bekämpfen

Die Präsidenten der beiden Nachbarländer Iran und Afghanistan, Hassan Ruhani und Aschraf Ghani, wollen gemeinsam die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen. "Der Terrorismus könnte sich demnächst auf die ganze Region ausbreiten, daher brauchen wir uns gegenseitig, um ihn zu bekämpfen", sagte Ruhani in Teheran. Deshalb würden beide Länder nicht nur Informationen austauschen, sondern gegebenenfalls auch gemeinsam operativ zusammenarbeiten. "Afghanistan wird zum Friedhof der Terroristen werden", sagte Ghani.

Zuvor hatte sich der Islamische Staat erstmals zu einem Selbstmordattentat in Afghanistan bekannt. Dabei kamen am Samstag in der ostafghanischen Provinzhauptstadt Dschalalabad mindestens 34 Menschen ums Leben.

© SZ.de/afp/dgr/cag
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