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Handelsstreit:Märkte gesucht

Die Reaktion der Europäer auf Trump ist richtig.

Ist das also die europäische Antwort auf das Zoll-Gewitter aus Washington? Von Freitag an verhängt die EU Vergeltungszölle. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Donald Trump darauf mit weiteren Zöllen antwortet, womöglich auf Autos. Der Handelsstreit droht zum Handelskrieg zu werden. Ein Ende der Eskalation ist nicht in Sicht.

Um es klar zu sagen: Die Reaktion der Europäer ist richtig. Denn Trumps Zölle auf Stahl- und Aluminium-Importe aus der EU sind nichts anderes als Protektionismus. Die Begründung, die nationale Sicherheit der USA sei bedroht, ist Unfug. Genau für diesen Fall hat die Welthandelsorganisation das Mittel von Gegenzöllen vorgesehen. Dieses gilt es zu nutzen, auch wenn es Trump nicht groß kümmern dürfte. Natürlich müssen die Europäer versuchen, mit den USA im Gespräch zu bleiben. Sehr viel bedeutender ist aber das, was die EU derzeit in Australien und Neuseeland versucht: Handelsabkommen vorantreiben, um neue Märkte zu erschließen. Während Trump die USA immer stärker isoliert, gehen die Europäer hinaus in die Welt und suchen Verbündete.

Die EU muss allerdings aufpassen, dass sich der Trump'sche Nationalismus nicht auch in den eigenen Reihen breitmacht. Dass Italien das Handelsabkommen mit Kanada nicht ratifizieren will, verheißt nichts Gutes.

© SZ vom 21.06.2018
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