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Weltwirtschaftsforum in Davos:Habeck nennt Trumps Auftritt "ein einziges Desaster"

Parteirat von Bündnis90/Die Grünen

"Nur Selbstlob, Ignoranz, Missachtung von allen Leuten, keine Wahrnehmung globaler Probleme": Grünen-Parteichef Robert Habeck kritisiert die Rede von US-Präsident Trump in Davos.

(Foto: Kay Nietfeld/dpa)
  • Robert Habeck hat US-Präsident Trump für dessen Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos kritisiert.
  • Es sei die schlechteste Rede gewesen, die er in seinem Leben gehört habe, sagte der Grünen-Chef.
  • Der US-Präsident hatte vor Pessimismus gewarnt: Angst und Zweifel seien nicht gut, man solle optimistischer nach vorne schauen.

Grünen-Chef Robert Habeck hat die Rede von US-Präsident Donald Trump auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos scharf kritisiert. "Einfach völlig daneben, im Grunde war es ein einziges Desaster, ich bin fassungslos, wie man sowas hier verzapfen kann", sagte Habeck nach der Eröffnungsrede von Trump in einem Interview für den Instagram-Kanal des ZDF. Nach dem Auftritt des US-Präsidenten sei "noch klarer" zu sehen, dass die Richtung gewechselt werden müsse: "Wir müssen den Kampf mit Donald Trump aufnehmen, er steht auf der anderen Seite." Er sei "der Gegner".

Der US-Präsident hatte in Davos vor Pessimismus gewarnt. Angst und Zweifel seien nicht gut, man solle optimistischer nach vorne schauen. "Wir müssen die andauernden Propheten des Untergangs und die Vorhersagen einer Apokalypse ablehnen", sagte Trump, ohne das Wort Klimawandel in den Mund zu nehmen. Die Rede des US-Präsidenten in Davos hat nach Ansicht von Habeck das Problem gezeigt: "Manche Politiker bewegen sich noch schneller in die Richtung, die unseren Planeten erst in die schwierige Situation gebracht haben, in der wir sind."

Widerspruch für Trumps Statistiken

Habeck sagte weiter: "Er ist der einzige, glaube ich, der es hier nicht verstanden hat. Nur Selbstlob, Ignoranz, Missachtung von allen Leuten, keine Wahrnehmung globaler Probleme. Das war die schlechteste Rede, die ich in meinem Leben gehört habe."

Linken-Chef Bernd Riexinger sieht durch Trumps Rede schlechte Seiten am Kapitalismus bestätigt. Bei Twitter schrieb er: "Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Trump mal wieder bewiesen, dass es im Kapitalismus nur eins gibt: Reichtum vermehren. Soziale Gerechtigkeit, Arbeiter*innen, Klima, Frieden sind dem Kapitalismus egal. Zeit für einen linken Green New Deal!"

Trumps Statistiken zu widerlegen, diese Aufgabe übernimmt Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz. Auf zwei DINA4-Seiten hat er einen Faktencheck zusammengestellt, mit vielen Bulletpoints und Zahlen. Ganz oben steht: "War Trump wirklich gut für die US-Wirtschaft?" Die kurze Antwort: nein. Viele Statistiken hat Stiglitz mit Links zu amtlichen Daten hinterlegt - was ausgedruckt nicht so richtig funktioniert. Egal: In der Kongresshalle verteilt seine Frau Ausdrucke an Trumps Zuschauer.

© SZ.de/dpa/jael/bbr/dit
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