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Guatemala:Ein Clown zeigt Härte

Der Ex-Fernsehkomiker Jimmy Morales wollte die Korruption bekämpfen. Doch Guatemalas Präsident hält sein Versprechen nicht – zum Ärger vieler Bürger.

(Foto: Johan Ordonez/AFP)

Der guatemaltekische Präsident erklärt einen UN-Ermittler zur "Persona non grata", der Korruptionsvorwürfe gegen ihn erhoben hatte. Der Schritt löst heftige Proteste aus.

Von Boris Herrmann, Rio de Janeiro

Der ehemalige Fernsehclown Jimmy Morales, der es zum Präsidenten von Guatemala brachte, gewann die Wahlen vor knapp zwei Jahren mit einer einfachen Botschaft: Ich bin kein Politiker. Das kam gut an in einem Land, in dem die Bevölkerung die meisten Politiker nur als notorische Taschendiebe kennt und Richter als deren Erfüllungsgehilfen. Als der Spaßvogel Morales dann Anfang 2016 sein Amt antrat, setzte er eine strenge Miene auf und versprach, mit aller Härte Korruption und Vetternwirtschaft zu bekämpfen. Aus heutiger Sicht lässt sich sagen: An Härte mangelt es keineswegs. Allerdings geht Morales nicht gegen die Korruption vor, sondern gegen die Korruptionsjäger.

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