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Großbritannien:May baut ihr Kabinett komplett um

Hier lacht Theresa May freundlich - doch zahlreiche bisherige Minister verlieren unter ihr als neuer Premierministerin ihre Posten.

(Foto: AFP)

Unter den zahlreichen Ministern, die entlassen werden, ist auch der Justizminister Michael Gove.

Die neue Premierministerin Theresa May baut die Regierung des Vereinigten Königreiches offenbar komplett um. Im Kabinett der am Mittwoch zur Nachfolgerin von David Cameron ernannten Konservativen verlieren zahlreiche bisherige Minister ihre Posten.

So hat May den bisherigen Justizminister Michael Gove entlassen, er bekommt auch kein anderes Ressort zugewiesen. Seine Nachfolgerin wird Elizabeth Truss, die bisherige Umweltministerin. Gove hatte ursprünglich den aussichtsreichen Kandidaten Boris Johnson unterstützt, als dieser Ambitionen auf die Nachfolge Camerons anmeldete. Dann kandidierte Gove überraschend selbst. Dieser "Dolchstoß" hatte für viel Kritik gesorgt. Auf Twitter sprach Gove nun vom "Privileg", das Amt des Justizministers ausgeübt zu haben, und wünschte dem neuen Team alles Gute.

Auch Bildungsministerin Nicky Morgan verliert ihr Amt. Vor dem Brexit-Referendum hatte sie entschieden für einen Verbleib in der EU geworben. Ihre Nachfolgerin wird Justine Greening, bisher war sie zuständig für internationale Entwicklung.

John Whittingdale, der vormalige Kulturminister, muss ebenfalls seinen Hut nehmen. Wer auf ihn folgt, ist noch nicht bekannt. Gleiches gilt für die bisherige Ministerin für Nordirland, Theresa Villiers.

Wie der Guardian berichtet, hat Theresa May die Entlassungen offenbar persönlich in ihrem Parlamentsbüro vorgenommen, vermutlich, um den Betroffenen den "walk of shame" ("Gang der Schande") entlang der von Journalisten belagerten Downing Street zu ersparen.

Bereits gestern hatte May überraschend Boris Johnson zum Außenminister gemacht. Finanzminister - der offizielle Titel für dieses Amt ist "Chancellor and Under-Treasurer of Her Majesty's Exchequer" - wird Philip Hammond. Das Innenministerium übernimmt Amber Rudd. Für den Austritt aus der EU hat May eigens ein neues Ressort geschaffen. Brexit-Minister wird der EU-Kritiker David Davis. Das ebenfalls neue Ministerium für Internationalen Handel bekommt Liam Fox.

Im Amt bleibt hingegen Gesundheitsminister Jeremy Hunt. Zuerst hieß es, er solle sein Amt verlieren, doch dieses Gerücht hat sich nicht bestätigt. Bleiben darf außerdem Verteidigungsminister Michael Fallon.