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Fußball:Der Unantastbare

Das Sommermärchen ist nun auch in Deutschland ein Fall für die Gerichte. Aber was wird das bringen, wenn Franz Beckenbauer nicht angeklagt ist?

Franz Beckenbauer galt als die Lichtgestalt des sogenannten Sommermärchens, das einmal der Stolz des deutschen Fußballs war. Inzwischen ist es vor allem eine Sache für die Justiz. In zwei Fällen kümmern sich nun Gerichte um die ungeklärten Millionenschiebereien rund um die Weltmeisterschaft 2006. Die Schweizer Bundesanwaltschaft klagte vor drei Wochen vier frühere Funktionäre des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und des Weltverbandes Fifa an; am Montag ließ in Frankfurt das Oberlandesgericht eine Anklage gegen diese vier zu. Allein: Die einstige Lichtgestalt bleibt unantastbar.

In dem Verfahren in der Schweiz geht es um Betrug, in Deutschland um Steuerhinterziehung. Aber ob es zu einer wirklichen Aufklärung der damaligen Vorgänge kommen kann, wenn die Schlüsselperson der Affäre nicht angeklagt ist, erscheint zweifelhaft. Franz Beckenbauer, der damalige deutsche WM-Chef, steht im Zentrum der zwei ominösen Transaktionen über zehn Millionen Franken und 6,7 Millionen Euro, die von den Gerichten nun untersucht werden.

In der Schweiz wurde Franz Beckenbauers Verfahren aus gesundheitlichen Gründen von den anderen abgetrennt, in Frankfurt wird er nur Zeuge sein. Es ist unwahrscheinlich, dass von ihm noch einmal etwas Substantielles in der Sache zu hören sein wird.