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Franz-Josef Strauß zum Aschermittwoch:Die deftigsten Sprüche

Er etablierte den politischen Aschermittwoch in Bayern und machte die bissigen Reden nach Fasching zu einer bundesweit bekannten Institution.

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Franz Josef Strauß auf einer Aufnahme von 1949. Vier Jahre später führte die CSU unter seiner Führung ihren ersten politischen Aschermittwoch durch - und machte die Veranstaltung zu einer bundesweit bekannten Institution. Der spätere CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident prägte wie kein anderer die bissigen Reden des politischen Aschermittwochs - und sorgte über die Jahre für deftige Sprüche.

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Franz Josef Strauß auf einem Foto von 1955. Vier Jahre später polterte er beim politischen Aschermittwoch folgendermaßen gegen SPD-Politiker wie Willy Brandt, der im Zweiten Weltkrieg im Exil war: "Und heute (Faustschlag aufs Rednerpult) wehre (Schlag) ich mich dagegen (Schlag), nicht weil ich Angst habe (Schlag), sondern weil wir Jungen (Schlag) die Erfahrungen der Weimarer Republik (Schlag) vor Augen haben (Schlag), dass jemand (Schlag), der nicht (Schlag) die ganze Zeit des Dritten Reichs in Deutschland erlebt hat, mich zum Parteifeind Nummern eins stempelt."

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In die selbe Kerbe schlug Strauß zu Aschermittwoch 1961, den die CSU damals noch in Vilfshofen beging: "Eines wird man doch aber Herrn Brandt fragen dürfen: Was haben Sie zwölf Jahre lang draußen gemacht? Wir wissen, was wir drinnen gemacht haben."

Zu Hochzeit des Ost-West-Konfliktes zeigte sich Strauß als großer Kalter Krieger: "Es werden bald Zeiten kommen, wo eine Kaserne genauso wichtig ist, wie eine Kirche."

Zum Umgang mit Kommunisten sagte der damalige Bundesverteidigungsminister: "Man muss diese Agenten und Spione - es sind manche auch hier im Saal - unter Kontrolle stellen. Das ist nur die Notwehr des Staates gegen seine Abschaffung."

Die Aufnahme von Strauß entstand 1964.

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Strotzend vor Selbstbewusstsein sagte Strauß bei seiner Aschermittwochsrede im Jahre 1965: "Adenauer hätte ohne die CSU seinen Kampf um europäische Einheit (...) nicht erfolgreich bis zur letzten Konsequenz durchsetzen können - und ich darf einmal sagen: mit mir an der Spitze..."

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Ein Jahr später, 1967, verkündete Strauß seinen Zuhörern folgendes zum Kurs der damaligen großen Koalition: "Wir haben die SPD mit der Wucht unserer Erfolge auf unseren Weg gezwungen."

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1968 widmete sich Strauß den "Dutschkisten" und sonstigen "schmutzigen linksradikalen Elementen". Der CSU-Herkules stellte klar: "Von Viertel-Intellektuellen lassen wir uns nicht vormachen, was Intelligenz ist." Das Bild zeigt Strauß bei seiner Vilshofener Aschermittwochsrede im Jahre 1966.

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Strauß auf einem Foto von 1969, dem Jahr, in dem die Union erstmals die Oppositionsbank drücken musste. Beim Aschermittwoch 1970 griff er unter anderem die Ostpolitik der sozialliberalen Regierung Brandt an: "Mir sträuben sich die Haare, wenn ich sehe, wie der dilettantische Amateurdiplomat Bahr in Moskau über Fragen verhandelt, von denen die Zukunft ganz Europas abhängen könnte."

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Und weiter polterte Strauß: "Kurt Schumacher, nationalroter Preuße, würde sich im Grabe wie ein Ventilator drehen, wenn er sehen könnte, wie seine Nachfolger sein geistiges Erbe verwalten."

Die Aufnahme stammt aus dem Jahr zuvor, 1969.

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In den Folgejahren hackte Strauß kräftig auf der Bonner Koalition herum. 1975 wetterte er: "Die SPD/FDP-Regierung, die auszog, Deutschland zu reformieren, in Wahrheit aber einen riesigen Saustall angerichtet hat." Das Foto entstand im Jahre 1972.

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1975 veranstaltete die CSU ihren Aschermittwoch erstmals nicht mehr in Vilshofen - die Halle war zu klein geworden. Man traf fortan in Passau zusammen. In der dortigen dunkelgetäfelten Nibelungenhalle blieb der Ton gewohnt deftig. So tönte der Strauß'sche Vorredner Franz Xaver Unertl mit Blick auf die an die Sozialdemokraten verlorene Regierungsmacht: "Weil wir die roten Ochsen zu spät kastriert haben."

CSU-Chef Strauß stand seinem Parteifreund nicht nach und drosch kräftig auf die Regierung ein, die einen "ungeheuren Saustall" angerichtet hätten.

Das Foto stammt von 1972.

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Kanzler Brandt nannte er einen "zum Messias herausgeputzten Pseudopropheten."

Das Bild zeigt Strauß während einer Bundestagsrede 1973. Im Hintergrund sitzt Willy Brandt auf der Regierungsbank.

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Die Sozialdemokraten in Regierungsverantwortung waren Strauß ein Dorn im Auge - egal in welcher Koalition. 1976 brachte er es auf die Kurzformel: "Weg mit den roten Deppen."

Das Bild zeigt Strauß 1973.

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Den Blick hatte er stets nach vorne gerichtet. Wie Anfang der 80er Jahre betonte Strauß immer wieder: "Wir sind und müssen eine Kampfpartei bleiben."

Die Aufnahme entstand 1973.

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1983 hatte Strauß einen Augenblick seine 10.000 Fans in der Nibelungenhalle erschreckt, als er nach etwa der Hälfte seiner 185 Minuten langen Rede plötzlich ausruft: "Ich hoffe, dass ich hier noch bis zum Jahr 2000 sprechen kann."

Auf dem Foto ist Strauß 1978 mit seinem Parteifreund und nachmaligen Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann zu sehen.

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1985 attackierte Strauß neben der SPD auch die Grünen scharf: "Ihnen geht es um den Umsturz dieses Staates, um eine andere Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung."

Das Bild zeigt Strauß 1979 mit seinem Zögling Edmund Stoiber.

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Zum Volk und vor allem zu jungen Menschen gewandt, mahnte er in Bezug auf SPD und Grüne: "Lassen sie sich von diesen Rattenfängern nicht einfangen."

Das Bild entstand 1985.

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1986 hatte Strauß beim Politischen Aschermittwoch vor allem den SPD-Spitzenkandidaten Johannes Rau im Visier: "Das Kanzleramt und das Kanzlerhemd ist ihm um drei Halskragennummern zu groß." Und er legte noch einen drauf: "Der kann seine Füße in den Kanzlerkandidatenschuhen umdrehen, ohne dass die Richtung der Schuhe verändert wird."

Auf dem Bild ist Strauß 1986 mit Bundeskanzler Helmut Kohl zu sehen.

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Auch 1987 stellt Strauß die Grünen an den Pranger und warnte die Wähler vor Augenwischerei: "Grüne Ideen gedeihen nicht in den Quartieren der Arbeiter. Sie gedeihen in den Luxusvillen der Schickeria." Er rückte die Partei sogar in die Nähe der Nazis, indem er sagte, dass selbst die Nationalsozialisten manch vernünftige Forderung gehabt hätten. Genauso wie einst "gewisse universitäre Gruppierungen" zu leidenschaftlichen Wegbereitern von Hitlers Terrorstaat geworden seien, fänden sich heute "nur unter anderer Farbe pseudoakademische Elemente, die Steuergelder missbrauchen und statt zu studieren den Umsturz propagieren".

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Franz Josef Strauß in seinem Todesjahr 1988. Bei seinem letzten Aschermittwochs-Auftritt fordert er zum Thema Aids, "dass Kranke, die uneinsichtig sind, interniert werden" müssten.

Für den damaligen Koalitionspartner im Bund hatte er auch eine verbale Kopfnuss bereit: "Außenpolitik machen immer noch wir in der Mehrheit und nicht die FDP."

Auswahl: Jan Zimmermann

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