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Frankreich:Krawalle bei Protesten gegen die Regierung in Paris

Demonstranten in Paris

(Foto: AFP)
  • Eine Gruppe von etwa 300 Demonstranten marschierte von der Place de la République los, etwa 20 Menschen seien festgenommen worden.
  • Angesichts von anhaltend schlechten Umfragewerten und der Proteste hat Frankreichs Staatschef François Hollande seine Reformbilanz verteidigt.

Bei einer Kundgebung der französischen Protestbewegung "Nuit Debout" ist es am Donnerstagabend in Paris zu Ausschreitungen gekommen. Wie die Pariser Polizei in der Nacht zum Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, marschierte eine Gruppe von etwa 300 Demonstranten von der Place de la République, wo gegen soziale Ungerechtigkeit protestiert wurde, los. Krawallmacher, die in dieser Gruppe waren, hätten zahlreiche Sachbeschädigungen begangen. Es seien Scheiben eingeschlagen und Geschäfte geplündert worden.

Etwa 20 Menschen seien festgenommen worden. Auch an der Place de la République selbst, dem eigentlichen Ort der Proteste, sollen Aktivisten Wurfgeschosse auf Polizisten geschleudert haben. Die Polizei setzte dort Tränengas ein. Laut Polizeiangaben wurden vier Demonstranten verletzt.

Unter dem Motto "Nuit Debout" (Nacht im Stehen) demonstrieren seit dem 31. März Nacht für Nacht Menschen auf dem Platz. Die Bewegung war im Zusammenhang mit den Protesten gegen eine Arbeitsmarktreform der Regierung entstanden, beschränkt sich aber nicht auf dieses Thema. Französische Medien ziehen Parallelen zu den Protestbewegungen Occupy Wall Street in New York und den Indignados in Madrid, die als Reaktion auf soziale Ungleichheit, Bankenspekulationen und den Sparkurs der spanischen Regierung entstanden waren.

Frankreichs Präsident verteidigt seine Reformen

Angesichts von anhaltend schlechten Umfragewerten und der Proteste hat Frankreichs Staatschef François Hollande seine Reformbilanz verteidigt. Es gehe Frankreich heute besser als zu Beginn seiner Amtszeit 2012, sagte der Sozialist in einem Fernsehinterview. Es gebe mehr Wachstum, weniger Defizit und weniger Steuern.

Gut ein Jahr vor den nächsten Präsidentschaftswahlen versprach Hollande, den Reformkurs fortzusetzen. Die von Gewerkschaften und Jugendverbänden heftig kritisierte Novelle des Arbeitsrechts werde nicht zurückgezogen, so Hollande. Frankreich leidet seit Jahren unter einer hohen Arbeitslosigkeit.

© SZ.de/dpa/dayk/mane
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