bedeckt München 12°
vgwortpixel

Flüchtlingsdeal mit der Türkei:Türkei lässt hochqualifizierte Flüchtlinge nicht weiterreisen

EU-Kommission will visumfreie Einreise für Türken empfehlen

In der Türkei entscheidet man gerne selber, welche Flüchtlinge man behalten will.

(Foto: dpa)

Unter den Asylbewerbern, die nach Europa kommen, sollen auffällig viele Härtefälle sein. Ärzte, Ingenieure und Facharbeiter hingegen bleiben in der Türkei, beklagen europäische Regierungen.

Die Türkei lässt hochqualifizierte Flüchtlinge aus Syrien nicht in die Europäische Union ausreisen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin der Spiegel. Mehrere Regierungen hätten kritisiert, dass unter den Kandidaten, die im Rahmen des Flüchtlingsabkommens in die EU kommen sollten, auffällig viele Härtefälle seien.

Der Vertreter Luxemburgs habe in einer internen Sitzung angemahnt, dass die Vorschläge für aus der Türkei zu übernehmende Flüchtlinge auffallend viele "schwere medizinische Fälle enthalten oder Flüchtlinge mit sehr niedriger Bildung" enthielten. Ähnliches habe auch der CDU-Innenstaatssekretär Ole Schröder dem Innenausschuss des Bundestags berichtet.

Nach Angaben aus Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg hätten die türkischen Behörden in den vergangenen Wochen mehrfach bereits erteilte Ausreisegenehmigungen zurückgezogen. Dabei solle es sich um gut ausgebildete Ingenieure, Ärzte oder Facharbeiter gehandelt haben.

Inzwischen habe die Türkei dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR gegenüber sogar offiziell erklärt, dass syrische Akademiker nicht mehr ausreisen dürften. Im Flüchtlingsabkommen habe die Türkei durchgesetzt, dass sie vorab eine Auswahl treffen dürfe, welche Syrer ausreisen dürften. Normalerweise entscheidet das UNHCR, wer für ein Umsiedlungsprogramm in Frage kommt.

Türkei Erdoğan macht die Türkei zum Ein-Mann-Staat
Türkei

Erdoğan macht die Türkei zum Ein-Mann-Staat

Mehr als ein Viertel der türkischen Abgeordneten verliert die Immunität. Der Präsident und die AKP bauen das Land radikal um - immer schneller, immer ungenierter.   Kommentar von Luisa Seeling