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FDP: Machtkampf entschieden:Homburgers letzter Triumph

Als die FDP bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 27. März mit einem halbierten Wahlergebnis aus der Regierung flog, schien das Schicksal der Landesvorsitzenden Homburger besiegelt zu sein. Als Parteichef Guido Westerwelle in Folge der desaströsen Landtagswahlergebnisse dieses Frühjahrs zum Amtsverzicht gedrängt wurde, konnte Homburger nicht bleiben. Eine Galgenfrist ergatterte sie sich, indem sie sich am vergangenen Wochenende zur Wiederwahl stellte. Die Abstimmung gewann sie denkbar knapp im zweiten Durchgang.

Philipp Rösler und die FDP

Die mitfühlende "Wunderwaffe"

Darauf hatten Rösler und seine Getreuen nur gewartet. Schon einen Tag später setzte Rösler durch, dass die Fraktion die Neuwahl ihres Vorstands auf den Dienstag dieser Woche vorzog. Erklärtes Ziel: Homburger sollte weg. Den ganzen Montag über wuchs der Druck auf sie. Das schlechte Abschneiden in ihrem Landesverband, das Wohl der Partei, das Ansehen des designierten Vorsitzenden - alles musste herhalten, um Homburger zum Verzicht zu bewegen. Man drohte ihr sogar, sie bei einer Kandidatur allein antreten und durchfallen zu lassen. Dann werde sie eben in einen zweiten Wahlgang gehen, gab Homburger trotzig zurück.

So trieb sie den Preis für ihren Rückzug in die Höhe. Am Ende bot Rösler ihr an, erste stellvertretende Parteivorsitzende zu werden und im Koalitionsausschuss von Union und FDP weiter mitreden zu dürfen. Als letzten Triumph durfte sie notieren, dass Rösler selbst sie als seine erste Stellvertreterin vorschlagen will; würde sie nicht gewählt, wäre dies auch eine Niederlage für Rösler. Da fällt es schon nicht mehr ins Gewicht, dass Bahr auf eine Kandidatur zum Parteivize verzichtet.

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