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Faktencheck:Clinton: "Donald hat Schwangerschaften als 'Unannehmlichkeiten' bezeichnet"

Hillary Clinton nutzt eine Situation, in der Donald Trump ihr "Stehvermögen" kritisiert, um über den Kandidaten an sich und dessen sexistischen Aussagen zu reden. Trump habe Schwangerschaften als "Unannehmlichkeit" für Arbeitgeber bezeichnet. Trump erwidert, dass Clinton lüge. "Falsch", fällt er ihr ins Wort. Doch dieser Satz aus dem Mund von Trump ist in einem Video dokumentiert. Clinton führt weiter aus, dass Donald Trump eine Frau, die am Schönheitswettbewerb "Miss Universum" teilgenommen habe, "Miss Piggy" nannte. Donald Trump fragt nach, wo sie das denn herhabe ("Where did you find it?"). Auch diese Anschuldigung existiert. Sie kommt von Alicia Machado und ist seit Monaten bekannt.

Die Aussage von Hillary Clinton stimmt also.

Clinton: "Donald glaubt, dass der Klimawandel eine Lüge ist und von den Chinesen erfunden wurde."

Diese Aussage bezieht sich vor allem auf einen Tweet, den Donald Trump 2012 absetzte, also vor Jahren. Wie die Faktenprüfer von Politifact schreiben, hat Trump in einem Interview im Januar erzählt, dass die Aussage "offensichtlich ein Witz" gewesen ist - zumindest der Teil, dass die Chinesen davon profitieren.

Dass Trump nicht an den Klimawandel glaubt, äußerte er in mehreren Tweets und auch während des Wahlkampfs, im Interview mit CNN.

Trump: "Ob es Russland war, ob es China war, ob es ein anderes Land war, wir wissen es nicht." (Zur Frage, wer das Democratic National Committee, die Parteizentrale der Demokraten, gehackt hat)

In den USA werden seit Monaten Daten geleakt, die Hacker von den Demokraten erbeutet haben. Seither gab es diverse Berichte von mehreren IT-Sicherheitsfirmen, die den Einbruch forensisch analysiert haben. Sie alle enden ihre Analyse damit, dass sie eine Hacker-Gruppe verantwortlich machen, die im Auftrag des russischen Staates handeln soll (Details hier). Erst kürzlich sagten Dianne Feinstein und Adam Schiff, zwei der hochrangigsten Politiker der Geheimdienstausschüsse ebenfalls, dass die Angriffe aus Russland kommen.

Doch es gibt bis dato keine offizielle Angabe der US-Regierung. Präsident Obama und seine Regierung sind anscheinend noch nicht bereit, in diesem Fall ein Urteil zu fällen. Öffentlich herrscht Stille. (Im Fall des Sony-Hacks zeigte Obama recht schnell mit dem Finger auf Nordkorea.) Das heißt: Von Wissen im Wortsinn kann derzeit nicht gesprochen werden.

Die Aussage von Donald Trump stimmt.

Trump wiederholt seinen Vorwurf, dass Clintons Wahlkampfteam 2008 das Gerücht gestreut habe, dass Obama nicht auf Hawaii geboren wurde.

Es gibt keinen einzigen Beweis dafür, dass Clintons Team irgendetwas mit Birthern - also Leuten, die Obamas Herkunft anzweifeln - zu tun hat. Das ist schlicht falsch. Und wurde auch schon oft widerlegt.

Trump erklärt außerdem, dass er selbst Obama gezwungen habe, die Geburtsurkunde 2011 publik zu machen. Auch dafür gibt es keinen Beweis.

Clinton: Trump will Steuererklärung verheimlichen

Anders als alle Kandidaten seit Jahrzehnten will Trump seine Steuererklärung nach wie vor für sich behalten. Warum, das konnte er nicht überzeugend begründen. Er behauptet, dass man mehr aus seinen bereits getätigten finanziellen Offenlegungen lernen könne als aus der Steuererklärung. Tatsächlich hat er 92 Seiten zu seinen Finanzen veröffentlicht. Das ist viel. Allerdings ist äußerst zweifelhaft, dass man daraus mehr lernen könne als aus einer Steuererklärung, wie die Faktenchecker von Politifact belegen.

Donald Trump: Hillary Clinton nannte TPP-Deal "Goldstandard"

Während der Debatte hat sich Donald Trump gegen mehrere Handelsbündnisse ausgesprochen: Nafta und TPP. In diesem Zug warf Trump seiner Rivalin vor, den TPP-Deal, das weltweit größte Handelsabkommen, als "Goldstandard" bezeichnet zu haben. Clinton entgegnete: "Ich habe gesagt, dass ich hoffe, es würde ein guter Deal werden."

Während einer Rede im Jahr 2012, Clinton war zu dieser Zeit Außenministerin, sagte sie aber wörtlich: "Dieses TPP setzt den Goldstandard für Handelsverträge."

Trump hat recht.

© SZ.de/ghe
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