Extremisten in Deutschland:Beisicht ist ein Radikaler, der sich unschuldig gibt

Der Anwalt Beisicht ist ihr Vormann. Er saß schon für die Republikaner im Kölner Stadtrat, er verteidigte einen Neonazi, der wegen Volksverhetzung und Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole angeklagt war, er ist kein gewöhnlicher Populist. Er ist ein Radikaler, der allzu gern die "verfolgende Unschuld" spielt, wie Karl Kraus Agiteure wie ihn einst nannte. Beisicht lamentierte früh über Todesdrohungen und eine Fatwa, die islamistische Rechtsgelehrte angeblich gegen ihn erlassen hätten. Nun haben offenbar ein paar verrückte Islamisten im Hinterzimmer genau dies gemacht.

Der Staat muss die rechten Scharfmacher schützen

Aber so eiskalt und idiotisch zugleich die Scharfmacher und Aufwiegler vom rechten Rand auch vorgehen - der Rechtsstaat muss sie vor Verfolgung schützen. Keine Religion, kein Bekenntnis zum angeblich wahren Glauben rechtfertigt Attentate. Gotteskrieger sind keine blutigen Heiligen, sondern Verbrecher.

Mit aller Konsequenz muss der Staat den Salafisten die Grenzen aufzeigen. Dazu können Vereinsverbote, Razzien und permanente Überwachung gehören. In amtlichen Berichten wird der Salafismus im Allgemeinen als eine Art Durchlauferhitzer für den Terrorismus beschrieben, was nicht ganz stimmt. Die Mehrzahl der 4000 Salafisten in Deutschland will missionieren, nur eine Minderheit träumt vom Krieg.

Es war ein gutes Zeichen, dass sich die bedeutenden Islamverbände in der Vergangenheit von dieser Gruppe distanziert haben. Islamistische Extremisten sind die wahren Feinde des Islam, denn ihre Auftritte befeuern die Stammtisch-Diskussionen, dass Muslime angeblich generell rückständig und gewaltbereit seien. Der Islam gehört zu Deutschland, aber von Fanatikern und Aufwieglern darf sich das Land nicht provozieren lassen.

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