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Ermittlungen gegen Ex-Präsidenten:Mubarak in U-Haft

Der gestürzte ägyptische Machthaber Hosni Mubarak muss für 15 Tage in Untersuchungshaft: Er soll zu den Vorwürfen der Korruption und des Amtsmissbrauchs Stellung nehmen.

Der festgenommene ägyptische Ex-Präsident Hosni Mubarak soll in ein anderes Krankenhaus verlegt werden. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, traf am Mittwoch ein Hubschrauber in Scharm el-Scheich ein, der Mubarak entweder in ein Militärkrankenhaus nach Kairo bringen sollte oder aber in ein Krankenhaus unweit der Stadt Ismailija. Seine Söhne, Gamal und Alaa, wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen in das Tora-Gefängnis in der Nähe von Kairo gebracht, in dem bereits mehrere Ex-Minister auf ihre Gerichtsverfahren warten.

Hosni Mubarak in hospital after heart attack

Hosni Mubarak im Visier der ägyptischen Justiz: Bei einer ersten Befragung soll der gestürzte Präsident eine Herzattacke erlitten haben.

(Foto: dpa)

Der 82-jährige Mubarak hatte am Dienstag bei seiner ersten Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft über Herzschmerzen geklagt und war danach in das Krankenhaus in dem beliebten Badeort am Roten Meer gebracht worden. Zunächst hatte es geheißen, er werde dort auch die am Mittwochmorgen von der Staatsanwaltschaft bekanntgegebene 15-tägige Untersuchungshaft verbringen. Aus Sicherheitsgründen mussten andere Patienten die Klinik verlassen, deshalb kam es zu Protesten.

Spekulationen über den Gesundheitszustand Mubaraks hatte es bereits während dessen Amtszeit gegeben. Auch nach seinem Sturz waren immer wieder Gerüchte im Umlauf, Mubarak wolle sich in Deutschland oder Saudi-Arabien behandeln lassen. Der Militärrat, der Ägypten derzeit regiert, hatte ihm allerdings die Ausreise verboten.

Gegen den Ex-Dikator und seine Söhne wird wegen Korruption und Machtmissbrauch ermittelt. Mubaraks Sicherheitskräfte sollen während der Proteste vor zwei Monaten mehr als 800 Menschen getötet haben. Auch gegen andere hochrangige Vertreter des Regimes wird inzwischen ermittelt, darunter Ex-Premier Ahmed Nasif und der Vorsitzende des Schura-Rates, Safwat al-Scharif.

Mubaraks Söhne Gamal und Alaa waren bereits am Dienstag von Kairoer Staatsanwälten ins Gerichtsgebäude von Scharm el-Scheich gebracht worden. Nach Angaben von dapd versammelten sich etwa 2000 Menschen vor dem Gebäude und forderten die Festnahme der beiden. Schließlich sei der Polizeichef vor die Menge getreten und habe erklärt, dass ihre Forderung erfüllt werde.

In seinem ersten Auftritt seit dem Ende seiner Herrschaft hatte Mubarak am Sonntag alle Vorwürfe von sich gewiesen. In einer aufgezeichneten Rede im Satellitensender al-Arabija sagte er, es schmerze ihn, die "falschen Anschuldigungen" gegen ihn und seine Familie zu hören, die seine Integrität in Zweifel zögen. Am Ende der Rede drohte er allen, die ihn verleumdeten, mit juristischen Schritten.

© sueddeutsche.de/dapd/dpa/mikö/jobr
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