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Dresden:Buntes Zeichen

Die "Unteilbar"-Demo zeigt: Es gibt ein anderes Sachsen - und es ist groß.

Als 2014 die ersten Pegida-Demos durch Dresden zogen, gab es Proteste. Bürger stellten sich gegen die fremdenfeindlichen Umzüge. Aber bald dominierte in der sächsischen Hauptstadt beklemmende Gleichgültigkeit. Viele Dresdner störten sich nicht an den von Menschenverachtung geprägten Parolen, die im Herzen ihrer Stadt skandiert wurden. Dazu passt auf traurige Art, dass auch anderswo in Sachsen rassistische Äußerungen und Angriffe oft wenig Erschrecken auslösten, sogar Beifall fanden. Umso wichtiger war das Zeichen, das jetzt mit der "Unteilbar"-Demo gesetzt wurde.

In einem bunten, gewaltfreien Zug demonstrierten 40 000 Menschen in Dresden, sehr viel mehr als erwartet. Sie kamen aus der Stadt selbst, aus vielen Ecken Sachsens und dem Bundesgebiet. Genau diese Mischung ist von großer Bedeutung. Die einheimischen Teilnehmer, von denen manche oft an ihrem Land und ihrer Stadt zu verzweifeln drohen, haben gezeigt, dass es ein anderes Sachsen gibt und viele sich dazu bekennen.

Die Teilnehmer von weit her geben Rückhalt. Und zeigen, dass sie nicht dulden, wenn rechte Hetzer ein Land für sich reklamieren. Sachsen sei "nicht ein brauner Fleck auf der Deutschlandkarte", sagte die Integrationsministerin Petra Köpping am Samstag. Es war an der Zeit, das zu demonstrieren.

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