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US-Wahl:"Ich habe für einen Typen namens Trump abgestimmt"

U.S. President Trump casts his ballot for the presidential election, in West Palm Beach

US-Präsident Trump nach der Stimmabgabe in Florida.

(Foto: TOM BRENNER/REUTERS)

Offizieller Wahltermin ist der 3. November, doch der Präsident hat seine Stimme schon abgegeben. So wie Millionen andere US-Amerikaner.

US-Präsident Donald Trump hat am Samstag von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, frühzeitig seine Stimme bei der Präsidentenwahl abzugeben. Trump suchte dafür ein Wahllokal in einer Bibliothek in West Palm Beach im Bundesstaat Florida auf. "Ich habe für einen Typen namens Trump abgestimmt", sagte er danach in die Fernsehkameras. Danach betonte er erneut, dass eine persönliche Stimmabgabe sicherer sei als Briefwahl.

Florida, wo Trump seit gut einem Jahr seinen offiziellen Wohnsitz hat, gehört zu den Bundesstaaten, die ihre Einwohner bereits vor dem offiziellen Wahltermin am 3. November abstimmen lassen. Angesichts der Corona-Krise nutzen in den USA mehr Menschen als sonst die Möglichkeit zur frühen Stimmabgabe.

Weil es in den vergangenen Monaten zudem die Sorge gab, per Brief abgeschickte Stimmzettel könnten nicht rechtzeitig ankommen, nehmen viele Menschen dafür sogar stundenlange Wartezeiten in Kauf. In New York etwa öffneten deshalb am Samstag Wahllokale für frühe Abstimmungen.

Die Art der Stimmabgabe ist in den USA zu einem eigenen Politikum geworden: Trump behauptet seit Monaten, dass mit massenweise per Post verschickten Stimmzetteln die Gefahr von Wahlfälschungen drastisch steige. Experten und Wahlbehörden betonen unterdessen, dass es dafür keine Belege gebe. Die Demokraten warnen vor einem Versuch des republikanischen Präsidenten, auf diese Weise Zweifel am Wahlausgang zu säen.

Bei der vergangenen Präsidentenwahl vor vier Jahren hatten insgesamt gut 47 Millionen US-Bürger die Möglichkeit zur frühen Stimmabgabe genutzt. Diesmal waren es bis Samstag nach Daten des "U.S. Elections Project" des Politikwissenschaftlers Michael McDonald von der Universität Florida bereits 56 Millionen. Von ihnen hätten knapp 17,5 Millionen persönlich abgestimmt und rund 38,5 Millionen per Brief. Insgesamt hatten bei der Präsidentenwahl 2016 knapp 139 Millionen Amerikaner abgestimmt.

Trump hatte bei einem Wahlkampfauftritt in Florida am Freitag noch gescherzt, dass er sich, wenn nötig, auch zwei Stunden lang für die Stimmabgabe anstellen würde. Tatsächlich hatte der Secret Service das Wahllokal bereits Stunden vor dem Eintreffen des Präsidenten abgesichert, wie der TV-Sender CNN berichtete. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass die Straße davor komplett abgeriegelt war. Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany bestätigte mitreisenden Journalisten, dass keine anderen Wähler in der Bibliothek waren.

Trump reist in umkämpfte Bundesstaaten

Trump liegt zehn Tage vor dem Wahltermin in Umfragen hinter dem demokratischen Herausforderer Joe Biden zurück. Der Präsident versucht, mit Wahlkampfauftritten in möglicherweise entscheidenden Bundesstaaten eine Wende einzuleiten. Allein für Samstag setzte er gleich drei Auftritte in North Carolina, Ohio und Wisconsin an - ungeachtet der wieder rapide steigenden Corona-Infektionszahlen. Bei Trump-Reden versammeln sich regelmäßig Tausende Anhänger. Viele von ihnen tragen keine Masken.

Biden wollte am Samstag zwei Mal in Pennsylvania sprechen. Bei einem der Auftritte sollte der Sänger Jon Bon Jovi dazustoßen. Er setzt in der Corona-Krise auf kleine Events mit strikten Abstandsregeln. Unter anderem sitzen seine Anhänger dabei oft in ihren Autos auf Parkplätzen.

© SZ/dpa/Reuters/segi/biaz
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Donald Trump in attendance for Donald Trump Town Hall on the NBC Today Show, Rockefeller Plaza, New York, NY April 21, 2

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