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Die Linke:Lafontaine greift Linken-Spitze an

Der Ex-Parteichef erntet für seine Kritik an "verfehlter Flüchtlingspolitik" Tadel.

In der Linkspartei gibt es neuen Ärger um die Flüchtlingspolitik. Grund ist Kritik von Ex-Parteichef Oskar Lafontaine an den Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger. "Die beiden Parteivorsitzenden finden selbst wenig Zustimmung bei den Wählern", schrieb Lafontaine auf Facebook. Kippings Landesverband in Sachsen habe bei der Bundestagswahl mit 16,1 Prozent "das schwächste Ergebnis im Osten" erzielt, Riexinger bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg nur 2,9 Prozent geholt. Bei der Bundestagswahl hätten zudem nur zehn Prozent Arbeiter die Linke unterstützt. Grund sei die "verfehlte Flüchtlingspolitik" der Parteiführung. Die "Lasten der Zuwanderung", so Lafontaine, dürften nicht "über verschärfte Konkurrenz im Niedriglohnsektor, steigende Mieten in Stadtteilen mit preiswertem Wohnraum und zunehmende Schwierigkeiten in Schulen mit wachsendem Anteil von Schülern mit mangelnden Sprachkenntnissen" sozial Benachteiligten auferlegt werden.

Ähnlich hatte sich die Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht in der Wahlnacht geäußert: Die Linke habe in der Flüchtlingsfrage berechtigte Sorgen der Wähler der AfD überlassen. Im Parteivorstand erntete sie dafür Kritik - woraufhin Lafontaine seiner Frau nun auf Facebook beisprang. Bei Parteifreunden stieß er auf Unverständnis. "Ich habe so was von die Nase voll von diesen dauernden Angriffen auf unsere Parteivorsitzenden und von dieser genauso falschen wie hetzerischen These, Flüchtlingssolidarität wäre so was wie ein Antagonismus zum Eintreten für soziale Gerechtigkeit", schrieb die Abgeordnete Nicole Gohlke. Berlins Sozialstaatssekretär Alexander Fischer bezeichnete Lafontaines Beitrag als "Niedertracht".