Deutsche Bank Ein Mülleimer reicht nicht

Nötig ist eine radikale Reform.

Von Meike Schreiber

Nun soll also eine "Bad Bank" die Deutsche Bank aus ihrer Krise retten, eine Art bilanzieller Mülleimer für Wertpapiere, die kaum etwas abwerfen, aber die Bilanz belasten. Das klingt erst einmal gut - nach Frühjahrsputz, Neuanfang, der Trennung von Gut und Böse.

Bloß wird eine Bad Bank kaum ausreichen, das Geldhaus wieder zurück zu alter Stärke zu führen. Das fängt schon damit an, dass das Kreditinstitut längst die verwertbaren Altlasten verkauft und abgewickelt hat. Die Reste sind so gut wie wertlos. Es ist ja nicht so, dass Christian Sewing der erste Vorstandschef wäre, der auf die Idee einer Abwicklungseinheit kommt. Seine letzte "Bad Bank" hatte das Institut 2016 nach knapp vier Jahren geschlossen. Dass der neue Plan nun durchsickerte, zeigt, wie nervös die Bankführung wegen des fallenden Aktienkurses ist - irgendeine gute Nachricht musste her.

Wenn Sewing Erfolg haben will, muss er aber tiefere Einschnitte vornehmen, vor allem im US-Geschäft und im Investmentbanking. Er muss sich eingestehen, dass die Bank dort schon längst kein Geld mehr verdient. Und er muss endlich die Macht der Investmentbanker brechen: In dem Konzern gibt es immer noch mehr als 600 Einkommensmillionäre. Sie profitieren nicht nur vom Status quo. Sie wissen auch ganz genau, wie man Entscheidungen verhindert.