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Der DFB - neues Museum, alte Rechnungen:Es war einmal

Schön? Schön doof? Merchandising im WM-Jahr '74, als der Fußball noch für die üblichen Primärinstinkte stand.

(Foto: ullstein)

Der Traum vom Männersport Fußball mit Bier, Bratwurst und "Bild" ist ausgeträumt. Die Helden von früher stehen jung und schön im Museum - als sinistre Alte straucheln sie durch die peinliche Gegenwart.

Dem Beckenbauer zum Beispiel haben sie im Deutschen Fußballmuseum einen eigenen Schrein hingebaut, in Form einer 5. Die 5 ist ja auf ewig seine Nummer. Die 5 ist nicht nur als Idee sehr groß, es passt alles rein, was man mit dem Franz verbindet. Die Beckenbauertrikots, Bayern, Cosmos, Hamburg. Die Beckenbauerbücher, "Einer wie ich", "Ich: Wie es wirklich war" oder "Dirigent im Mittelfeld", das letzte aus einer früheren Schaffensphase, als Beckenbauer die Libero- Position noch nicht gefunden beziehungsweise erfunden hatte. Die Beckenbauer- Actionfigur und das Beckenbauer-Werbegesicht: sein Porträt auf einer Packung, in der sich ein Kleingerät befindet, Hairmatic 2000, ein Selbsthaarschneider, einstellbar für jeden Schnitt. Außerdem ausgestellt sind Beckenbauer-Autogrammkarten und Beckenbauer-Bierkrüge und ein original Fix und Foxi-Comic-Heft von 1974, Sonderteil: "Wir fragen Kaiser Franz."

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